Aktualisiert 28.09.2016 18:21

Vegan-Initiative«Veganer sind eine kleine Minderheit»

Innert 48 Stunden wurde die Initiative «Nachhaltige und faire Ernährung» lanciert. Der Widerstand gegen das Begehren ist programmiert.

von
sda/gwa
Die Initianten bei der Einreichung.

Die Initianten bei der Einreichung.

zvg

In der Stadt Luzern sollen weniger tierische und dafür mehr pflanzliche Produkte verzehrt werden. Veganer haben am Wochenende innert 48 Stunden über 1000 Unterschriften für eine entsprechende Volksinitiative gesammelt.

Dies teilten die Initianten rund um die Denkfabrik Sentience Politics mit. Die Organisation setzt sich für die Interessen von empfindungsfähigen Lebewesen ein. Die Stadtkanzlei erklärte am Mittwoch auf Anfrage, dass die Unterschriften zur Beglaubigung abgegeben worden seien. Nötig gewesen wären 800 gültige Unterschriften. Die Sammelfrist endet am 23. November.

Initianten hatten viel Unterstützung

Die Initianten wurden bei der Sammlung von rund 50 Aktivisten verschiedener Organisationen wie Swissveg oder der Veganen Gesellschaft Schweiz unterstützt. Hilfe erhielten sie auch von Politikern aus SP und Grünen.

Die Volksinitiative «Nachhaltige und faire Ernährung» verlangt, dass die Stadt eine ressourcenschonende Ernährung fördert. Sie solle die Bevölkerung über die negativen Auswirkungen des Tierproduktekonsums aufklären. Um den Anteil an pflanzlicher Ernährung zu fördern, solle die Stadt Empfehlungen ausarbeiten.

Die Stadt soll zudem in ihren Mensen und anderen Verpflegungseinrichtungen das vegetarische und vegane Ernährungsangebot fördern. Wo mehr als ein Menu angeboten werde, solle täglich auch ein veganes dabei sein.

Fleisch-Fachverband ist skeptisch

Beim Schweizer Fleisch-Fachverband (SFF) stösst die Forderung der Veganer auf Gegenwehr. «Eine staatliche Bevormundung in Sachen Ernährung lehnen wir in aller Form ab», sagt Ruedi Hadorn, Direktor des SFF. «Wir plädieren vielmehr für die individuelle Wahlfreiheit auch beim Essen. So akzeptieren wir, wenn jemand für sich selbst entscheidet, sich ohne Fleisch zu ernähren», sagt er.

Hadorn verweist darauf, dass die Initianten mit der Forderung nach einem veganen Menu eine einzelne, kleine Gruppe speziell in den Vordergrund stellen. Dies auch, zumal sich weniger als ein Prozent der Schweizer ausschliesslich vegan ernähren würden. «Wenn man so misst, müsste man auch all die anderen Ernährungsarten wie etwa die Paleo-Diät berücksichtigen», sagt er.

Die Initiative in Luzern ist nicht die erste dieser Art in der Schweiz. Bereits im letzten Jahr reichte Sentience Politics ähnliche Volksbegehren in Basel und Zürich ein.

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