Büsi-Koch-Video: Vegetarier schocken die Welt mit Silikon-Katze

Aktualisiert

Büsi-Koch-VideoVegetarier schocken die Welt mit Silikon-Katze

Nun ist bekannt, wer hinter dem angeblichen Restaurant La Table Suisse steckt: Es sind drei Vegi-Organisationen, eine davon aus der Schweiz.

von
gbr

Die Katze ist aus dem Sack: Beim Schock-Video mit dem Schweizer Restaurant, das angeblich auch Katzen und Hunde zum Verzehr anbietet, handelt es sich um eine Aktion von drei verschiedenen Vegi-Organisationen: Swissveg, Vegetarierbund Deutschland (Vebu) sowie Beyond Carnism aus den USA. Swissveg und Vebu bekennen sich in einer Medienmitteilung zum Video und schreiben: «Über zehn Millionen Menschen wurden zum Nachdenken angeregt und haben Tausende von Kommentaren hinterlassen.» Die Reaktionen hätten «von Verständnis für dieses aussergewöhnliche Konzept über Empörung bis hin zu zahlreichen Beschimpfungen und Drohungen» gereicht.

Doch was wollte man mit dem Video erreichen? «Der Grund dafür ist Karnismus», schreiben die Verantwortlichen: «Der Begriff bezeichnet ein unsichtbares System aus Überzeugungen, das Menschen darauf konditioniert, nur bestimmte Tierarten zu essen und andere nicht.» Renato Pichler von Swissveg sagt zu 20 Minuten: «Es ist eine künstliche Unterscheidung: In Indien isst man keine Kühe, in China werden Hunde auf dem Markt verkauft – das wäre bei uns undenkbar. Aber im Restaurant isst man andere Tiere, ohne nachzudenken.» Dabei sei das Essen von Tieren, genau wie der Vegetarismus, eine Entscheidung, so Pichler – eben Karnismus. «Diese Seite wird nie angeschaut, und das möchten wir den Leuten bewusst machen.»

Die Katze im Video ist weder Katze noch Hase

Gefragt, ob es nicht vielleicht etwas unglücklich ist, dass die Schweiz nun als Land von Katzenfressern dasteht, entgegnet Pichler: «Das zeigt nur, wie eingefleischt diese Glaubensmechanismen sind: Hätte man das gleiche Koch-Video mit Lämmchen und Kälbchen gemacht, hätte sich kaum jemand aufgeregt. Es geht darum, genau diesen Widerspruch aufzuzeigen.» Ausserdem betont Pichler, dass bei den Dreharbeiten keine Tiere zu schaden gekommen seien: Sämtliche Fleisschstücke seien Attrappen – auch die gehäutete Katze sei nicht echt. Pichler: «Das sind alles Silikonpräparate, kein echtes Fleisch».

Der Shitstorm war gewaltig: Neben viel Zustimmung gab es auch massive Drohungen und Aufforderungen zu Gewalt. Das habe die Macher der Kampagne nicht erstaunt, so Pichler: «Wenn gewisse Menschen in ihrem Glaubenssystem getroffen werden, dann kann das Aggressivität auslösen. Dass man Haustiere auf keinen Fall essen darf, das ist kulturell stark anerzogen.» Umgekehrt reiche es bei Veganern manchmal schon, zu sagen, man esse kein Fleisch – und schon würden Fleischesser aggressiv, so Pichler.

Filmidee nur geklaut?

Ein Schweizer Filmemacher hat gesagt, man habe ihm die Idee von der Büsi-Beiz für die Kampagne geklaut. Pichler sagt, man habe den Film nicht gekannt, und die Idee sei «naheliegend»: «Büsi und Hunde will man in unserem Kulturkreis nicht essen – das bietet sich an für einen Film, der zum Nachdenken über Karnismus anregen soll.»

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