Aktualisiert 03.11.2015 08:03

Krebsrisiko

Vegetarier sind für Warnhinweis auf Würsten

Die WHO hat verarbeitete Fleischwaren als krebserregend eingestuft. Der Verein Swissveg würde deshalb die Einführung eines Risiko-Labels nicht ablehnen.

von
chi
Bergen gemäss WHO-Bericht ein Krebsrisiko: Würste auf einem Schweizer Grill.

Bergen gemäss WHO-Bericht ein Krebsrisiko: Würste auf einem Schweizer Grill.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat verarbeitete Fleischwaren als krebserregend eingestuft. Jetzt fordert der Verein der Schweizer Vegetarier die Einführung eines Risiko-Labels auf Fleischprodukten. «Der Bund muss anerkennen, dass der Fleischkonsum gesundheitlich bedenklich ist», zitiert die «SonntagsZeitung» Renato Pichler von Swissveg. «Jetzt braucht es einen Warnhinweis auf Nahrungsmitteln wie Würsten, die gesundheitliche Risiken mit sich bringen.» Eine solche «Negativdeklaration», so Pichler gegenüber der Zeitung, «würden wir klar begrüssen».

«Verhaltensänderungen herbeizuführen ist schwierig, einzelne Gesundheitsbotschaften bringen eher wenig», sagt Ursula Zybach, Lebensmittel-Ingenieurin der ETH und Präsidentin von Public Health Schweiz. «Sinnvoll wäre, wenn man mehr Informationen direkt auf den Lebensmitteln geben könnte». Die aktuell auf den Verpackungen vorhandenen Angaben zu empfohlenen Mengen und Nährwertprofilen seien oft schwer verständlich. «Es könnte hilfreich sein, gewisse Informationen plakativer aufzuführen.

Cervelats für kalten Verzehr besser geeignet

Wer kennt zum Beispiel schon den Unterschied zwischen Rohessspeck und Bratspeck, den man vor dem Verzehr unbedingt erhitzen muss. Oder wer weiss, dass Cervelats eigentlich für den kalten Verzehr geeignet sind und weniger fürs Erhitzen, weil damit Nitrosaminen entstehen, die krebserregend sind.» Mehr Informationen auf den Nahrungsmitteln, so Zybach, könne den Konsumenten, Gastronomen und den Anbieten von Mittagstischen an den Schulen helfen, vernünftige Menu-Pläne aufzustellen.

Beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) sieht man keinen Handlungsbedarf. Eine Deklarationspflicht oder Hinweise auf den Produkten seien «nicht vorgesehen», sagt BLV-Sprecher Stefan Kunfermann. Das Bundesamt empfiehlt, nicht öfter als zwei bis drei Mal pro Woche Fleisch zu essen, inklusive Geflügel, Wurst und Aufschnitt. Und unverarbeitetes Fleisch zu bevorzugen.

Update 03.11.2015: Renato Pichler von Swissveg hält fest, dass das Zitat «Jetzt braucht es einen Warnhinweis auf Nahrungsmitteln wie Würsten, die gesundheitliche Risiken mit sich bringen» nicht von ihm stamme. Richtig sei, dass Swissveg nie so etwas gefordert habe – es jedoch auch nicht ablehnen würde, wenn der Bund es einführen würde.

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