Aktualisiert 01.03.2014 05:58

GesundheitVegetarier sind häufiger krank als Fleischesser

Menschen, die auf Fleisch verzichten, mögen ein besseres Gewissen als andere haben. Für die Gesundheit bringt ihre Ernährungsweise nichts – im Gegenteil.

von
jcg
Eine österreischische Studie zeigt die Schattenseiten einer vegetarischen Ernährungsweise auf. (Bild: Thinkstock)

Eine österreischische Studie zeigt die Schattenseiten einer vegetarischen Ernährungsweise auf. (Bild: Thinkstock)

Wer sich im Fleischverzicht übt, tut seiner Umwelt Gutes: Nicht nur ernähren Äcker auf die Fläche bezogen mehr Menschen, als dies zur Viehzucht genutzte Weiden tun. Weniger Wiederkäuer bedeuten auch weniger Ausstoss klimaschädlicher Treibhausgase. Sich selber allerdings tun Vegetarier nicht unbedingt einen Gefallen. Eine österreichische Studie ist zum Schluss gekommen, dass Vegetarier häufiger krank sind als Fleischesser.

Forscher der Universität Graz hatten sich mit der Frage beschäftigt, wie die Form der Ernährung unsere Gesundheit und Lebensqualität beeinflusst. Dabei sind sie zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Vegetarier leiden häufiger an Allergien, Krebs und psychischen Erkrankungen als Fleischesser. Für die Studie hatten die Mediziner um Nathalie Burkert Ergebnisse des Austrian Health Interview Survey, einer repräsentativen Stichprobe der erwachsenen österreichischen Bevölkerung, ausgewertet.

Insgesamt wurden die Daten von 1320 Personen verglichen. 330 von ihnen ernährten sich vegetarisch (Frauenanteil 76,4 Prozent). Ihnen wurden drei Gruppen mit je 330 Mitgliedern gegenübergestellt, die sich kaum, durchschnittlich und stark von Fleisch ernährten. Dabei zeigte sich, dass Vegetarier in der Summe eine niedrigere Lebensqualität haben, betreffend die physische aber auch psychische Gesundheit, und auch ein Defizit in der Lebensqualität im Zusammenhang mit sozialen Beziehungen.

Kausalität unklar

Die im Fachjournal «PLOS One» publizierten Ergebnisse lassen aufhorchen und scheinen den Mythos von der gesundheitsfördernden Wirkung von Fleischverzicht zu entzaubern. 4,8 Prozent der Vegetarier litten bereits unter einer Krebserkrankung, während es bei den Viel-Fleischessern lediglich 1,9 Prozent waren. Bei den Allergien sieht es ähnlich aus. Dort waren 30,6 Prozent der Vegetarier betroffen. Bei den drei Fleischessergruppen schwankten die Werte zwischen 16,7 und 20,3 Prozent.

Unter psychischen Krankheiten wie beispielsweise Angststörungen und Depressionen litten bei den Personen, die auf Fleisch verzichten, 9,4 Prozent. Bei den drei verschiedenen Fleischesserkategorien waren es 4,5 bis 5,8 Prozent. Von chronischen Krankheiten wie Asthma, Diabetes, Migräne und Osteoporose waren Vegetarier häufiger betroffen als die Viel-Fleischesser. Besser schnitten Vegetarier hingegen bei Bluthochdruck, Arthritis, Schlaganfall und urinaler Inkontinenz ab.

So bemerkenswert die Ergebnisse der Studie sind, so wenig geben sie allerdings darüber Aufschluss, weshalb das so ist. «Ob Vegetarier auf Grund ihres Ernährungsverhaltens ein schlechteres Gesundheitsempfinden beziehungsweise eine niedrigere Lebensqualität haben, oder auf Grund ihrer Gesundheit diese Ernährungsweise wählen, können die Studienergebnisse nicht zeigen», erklärte Nathalie Burkert in einer Mitteilung der Uni Graz.

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