Ostermundigen BE: Velo-Fahrstunden extra für Migranten
Aktualisiert

Ostermundigen BEVelo-Fahrstunden extra für Migranten

Viele Migranten fahren schlecht Velo. Die Gemeinde Ostermundigen bietet ihnen deshalb Fahrstunden an.

von
Patrick Marbach
Fahrt auf dem Lernvelo. (Pro Velo Be)

Fahrt auf dem Lernvelo. (Pro Velo Be)

Zugleich schalten, bremsen, Handzeichen geben und dabei die Verkehrsregeln nicht vergessen: Damit haben vor allem Migranten Mühe, die das Radfahren nicht von Kind auf lernen konnten. Sie haben ihr Velo schlecht im Griff oder steigen erst gar nicht auf den Drahtesel. «Besonders in islamischen Ländern haben Radfahrer ein geringes Ansehen. Man fährt nur Velo, wenn man sich kein Auto leisten kann», erklärt Jürg Hebeisen von der Gemeinde Ostermundigen.

An sechs Nachmittagen können nun Anfänger und Fortgeschrittene auf einem Schulhausplatz in die Pedale treten. Es sind auch Migranten willkommen, die nicht in Ostermundigen wohnen. «Das kommt auswärtigen Kursteilnehmern entgegen, die bei ihren Übungen nicht erkannt werden wollen», sagt Hebeisen.

Der Fahrkurs wird von Pro Velo Bern durchgeführt. Geschäftsführerin Anita Wenger rechnet damit, dass sich vor allem Frauen und Kinder anmelden: «Männer sind oft zu stolz, um zuzugeben, dass sie nicht fahren können.»

Zuerst lernen die Migranten, wie man die Velos richtig einstellt und dass man zum Fahren besser Hosen statt Röcke trägt. Nach Gleichgewichtsübungen und theoretischen Erklärungen, die auch Fremdsprachige verstehen, gehts ab auf die Quartierstrassen. Der Kurs beginnt am 18. August und kostet pro Lektion zehn Franken. Velos, Helme, Leuchtwesten und sogar ein Kinderhütedienst stehen zur Verfügung.

www.provelobern.ch

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