Verkehrsregime: Velofahrer dürfen neu auch bei Rot abbiegen
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VerkehrsregimeVelofahrer dürfen neu auch bei Rot abbiegen

Während die Autos bei Rot warten müssen, dürfen Velofahrer an einigen Orten in Luzern neu rechts abbiegen. Fast unbemerkt hat die Stadt extra neue Velo-Ampeln montiert.

von
sam

«Zwei kleine Weihnachtsgeschenke für Velofahrende»: Mit diesen Worten beginnt eine nur auf Facebook veröffentlichte Mitteilung der Stadt Luzern.

Viele Velofahrer dürften sich über die Präsente freuen: So gibt es nun seit knapp einer Woche vor dem Sentitreff auf der Baselstrasse in Richtung Gibraltarstrasse eine neue, spezielle Lichtsignalanlage extra für Velofahrer: Dort ist es den Velofahrern nun erlaubt, an der stehenden Autokolonne vorbeizuziehen und rechts abzubiegen. Bereits im September hatten SP/Juso, Grüne/junge Grüne und die Grünliberalen eine solche Massnahme in einem Postulat gefordert.

Ein weiteres Velo-Lichtsignal gibt es nun auch an der Haldenstrasse in Richtung Luzernerhof. Dort erhalten die Velofahrer einen sogenannten «Velovorstart»: Konkret heisst das, dass sie einige Sekunden länger Grün haben, während auf der separaten Ampel für die Autos bereits Rot angezeigt wird. So können die Velos direkt rechts wegfahren oder geradeaus zur nächsten Ampel vorrücken.

«Konflikte zwischen Auto- und Velofahrer umgehen»

«Solche Ampeln waren schon länger ein Bedürfnis der Bevölkerung», begründet Martin Urwyler, Verkehrsingenieur der Stadt Luzern, die Massnahme. «Mit diesen Anpassungen können die Konflikte zwischen den Auto- und Velofahrern teilweise umgangen werden.» Laut Urwyler wurde etwa die unübersichtliche Situation an der Haldenstrasse verbessert. Die neuen Velo-Ampeln zeigten bereits Wirkung: «Die Rückmeldungen der Verkehrsteilnehmer waren bis jetzt äusserst positiv.» Urwyler spricht zudem davon, noch weitere Stellen mit solchen Ampeln umzurüsten: «Wir sind laufend dran, die Lichtsignalanlagen zu optimieren.»

Pro Velo freut sich – und hofft auf mehr

Auch Pro Velo Luzern begrüsst die Neuerung: «Das ist absolut genial und freut uns sehr», so Co-Präsident Nico van der Heiden. «Die Ampeln an diesen beiden neuralgischen Stellen gehören schon seit längerem zu unseren Forderungen.» Laut van der Heiden gehe es beim Sentitreff zwar lediglich um Komfort, bei der Haldenstrasse hingegen effektiv um die Sicherheit: «An diesem Punkt haben die Autofahrer die Velos häufig nicht gesehen, da sich diese im toten Winkel befunden haben.» Die Differenz der wenigen Sekunden zwischen den beiden Ampeln mache den entscheidenden Unterschied. Van der Heiden: «Der Konflikt mit den rechtsabbiegenden Autos kann so entschärft werden.»

Trotz aller Freude ist er aber noch nicht zufrieden: «Das ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, jedoch könnte man noch viele Kreuzungen in Luzern velofreundlicher gestalten.»

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