St. Gallen: Velofahrer-Falle an der St.-Georgen-Strasse

Aktualisiert

St. GallenVelofahrer-Falle an der St.-Georgen-Strasse

In St. Gallen krachte am Samstag ein Velofahrer in eine Schranke und wurde dabei verletzt. Unter Bikern ist besagte Schranke bekannt.

von
jeh
1 / 2
49-jähriger Velofahrer kracht in Schranke
49-jähriger Velofahrer kracht in Schranke

In diese Schranke an der St. Georgen-Strasse krachte am Samstagabend ein 49-jähriger Velofahrer. Etwa 100 Meter vorher...

Stapo SG
...warnt ein Gitter mit einem Schild vor der kommenden Abschrankung.

...warnt ein Gitter mit einem Schild vor der kommenden Abschrankung.

Stapo SG

Ein 49-jähriger Velofahrer fuhr am Samstagabend gegen 20 Uhr auf der St.-Georgen-Strasse stadteinwärts. Auf der Höhe der Liegenschaft Nummer 241 war die Strasse für Autos durch eine Schranke gesperrt. Wie die Stadtpolizei am Dienstag mitteilte, übersah der Velofahrer diese jedoch und krachte in die Abschrankung. Er stürzte und wurde unbestimmt an Oberkörper und Kopf verletzt. Der Rettungsdienst brachte den 49-Jährigen ins Spital.

Verwirrende Hinweistafel

Mehr Glück hatte am Sonntagabend ein 30-jähriger Velofahrer. Auch er fuhr die St.-Georgen-Strasse in Richtung Stadt hinunter. «Es geht dort ziemlich abwärts, man hat mit dem Velo also viel Schuss und man sieht die Schranke einfach schlecht und sehr spät», so der St. Galler. Er konnte einem Unfall knapp entgehen, weil er im letzten Moment bremste und kurz vor der Schranke abrupt zum Stehen kam. Für den 30-Jährigen ist klar: «Diese Schranke ist ein echter Skandal.»

«Gerade in der Dämmerung oder bei Gegenlicht ist die weiss-blassgelbe Schranke mit ihren Reflektoren kaum zu erkennen», so der Velofahrer. Verwirrend komme hinzu, dass etwa 100 Meter davor ein Eisengitter samt Hinweistafel auf eine Barriere stehe (siehe Bildstrecke). «Ich dachte, dass es sich beim Eisengitter um die Barriere handelt», so der 30-Jährige. Deshalb habe er danach laufen lassen und sei von der Schranke überrascht worden. «Es ist doch nicht zu viel verlangt, dass die Polizei sie etwas besser kennzeichnet», findet der 30-Jährige. Wenn sich nichts ändert, sei es nur eine Frage der Zeit, bis der nächste an der Stelle verunfallt.

Polizei appelliert an Eigenverantwortung

Für die Stadtpolizei St. Gallen ist der Unfall des 49-Jährigen der erste an dieser Stelle. «Bei uns sind auch noch keine Beschwerden wegen der Schranke eingegangen», sagt Stadtpolizei-Sprecher Dionys Widmer zu 20 Minuten. Die Schranke stehe seit einigen Jahren dort und diene der Sicherheit von Fröschen. «Zu einer gewissen Jahreszeit wird die Strasse am Abend für Autos gesperrt, damit Frösche über die Strasse hüpfen können», so Widmer. Die Schranke sei gut signalisiert und auch das Eisengitter davor sei mit einer Blitzlampe ausgestattet. Widmer appelliert vor allem an die Eigenverantwortung der Velofahrer. «Wichtig ist, dass man das Licht an hat, sobald es eindunkelt», sagt Widmer.

Angelegenheit mit der Stadt besprechen

Auch Michael Städler von Pro Velo St. Gallen appelliert an die Eigenverantwortung der Velofahrer. Er gibt allerdings zu, dass die Schranke unglücklich positioniert sei. «Es gibt vereinzelte Schwachstellen. So könnte man zum Beispiel die bereits bestehende Beleuchtung und Signalisierung an der Schranke verbessern», sagt Städler. Bei Pro Velo werde man sich deshalb der Angelegenheit annehmen und mögliche Lösungen ausarbeiten. «Zusätzlich werden wir die Lage bei der nächsten Sitzung mit der Stadt Ende April besprechen», sagt Städler.

Es bleibt also abzuwarten, ob noch weitere Velofahrer Opfer der Falle an der St.-Georgen-Strasse werden.

Deine Meinung