Veloknacker gehen um – mit dem Segen der Behörden
Aktualisiert

Veloknacker gehen um – mit dem Segen der Behörden

Velofahrer aufgepasst: Wer sein Velo in Basel an einer Stange oder einem Geländer sichert, muss damit rechnen, dass sein fahrbarer Untersatz weggeräumt wird.

«An Orten, wo ein Fahrrad stört, wird es weggenommen», so Polizeisprecher André Auderset. Störend sei es unter anderem dann, wenn es Kinderwagen und Rollstuhlfahrer am Passieren hindere. Jedoch könne auch ein Anruf aus der Bevölkerung genügen, damit ein Fahrrad an «unpassender» Stelle entfernt werde. Grundsätzlich verboten sei das Anbinden von Velos auf öffentlichen Plätzen. Besonderes Augenmerk richtet die Polizei auf den Bahnhofplatz, wegen dem unterirdischen Veloparking.

Täglich im Einsatz gegen «Veloparksünder» sind die Mitarbeiter der so genannten Aufbewahrungsstelle. Sie benutzen auch schon mal gröberes Werkzeug: «Bei falsch parkierten Velos knacken wir für den Wegtransport wenn nötig auch das Schloss», sagt ein Mitarbeiter. Das Zweirad könne der Besitzer dann im Zeughaus abholen. Für jede Nacht, die das Velo dort bleibt, zahlt der Besitzer drei Franken.

«Das finde ich eine bodenlose Frechheit», sagt Velofahrerin Karin Müller*. Satte 35 Franken plus 20 Franken Busse musste sie für die «Sicherstellung» ihres Fahrrads zahlen. Dazu kamen noch die Kosten für den Ersatz des Schlosses.

(dd)

*Name geändert

Deine Meinung