Basler «Ryybutzete»: Velos, Handys und Bürostuhl aus Rhein geholt
Aktualisiert

Basler «Ryybutzete»Velos, Handys und Bürostuhl aus Rhein geholt

Basel hat sein Wahrzeichen ausgemistet: Am Samstag fand zum zehnten Mal die «Ryybutzete» statt. Dabei kam manch Kurioses an die Oberfläche, darunter Velos und Handys.

von
daf

Sehen Sie sich im Video an, was die Taucher alles aus dem Rhein gefischt haben. (Video: 20min)

Der Rhein dient nicht nur der Schifffahrt und Schwimmern, sondern vielen Baslern fälschlicherweise auch als Müllhalde. Aus diesem Grund findet im und am Fluss alle paar Jahre eine Reinigungsaktion statt, organisiert von der «Interessengemeinschaft (IG) Ryybutzete». Am Samstag war es wieder so weit: Rund 150 freiwillige Helfer tauchten, fischten und entsorgten fleissig. Sie taten dies auf dem Flussabschnitt zwischen der Dreirosenbrücke und dem Kraftwerk Birsfelden.

Dass die Putzaktion notwendig ist, zeigt die Bilanz am Ende des Tages: acht Tonnen Abfall sind nach Angaben der Organisatoren im Einzugsgebiet innerhalb weniger Stunden zusammengekommen – geputzt wurde von 8 Uhr morgens bis zur Mittagszeit. Bei der letzten «Ryybutzete» im Jahr 2013 waren es ebenso viel gewesen, 2006 hatten sich zwölf Tonnen an Gütern getürmt, die nicht in den Rhein gehören.

Wassersportler gehen putzen

Die «IG Ryybutzete» besteht vor allem aus Basler Wassersportvereinen. Sie wurde 1996 ins Leben gerufen und verfolgt seit jeher das Ziel, das Rheinknie sauber zu halten. Mit von der Partie waren auch der Kantonale Fischerei-Verband Basel-Stadt sowie das Tiefbauamt. Letzteres unterstützt die IG vorwiegend bei der Organisation der Arbeiten, indem es den Putzkräften etwa Mulden zur Verfügung stellt, in die diese den geborgenen Abfall entsorgen können.

Die Putzkräfte sind in diesem Fall vor allem Taucher, rund 80 an der Zahl, die auf Grund gehen und dort nebst tonnenweise Flaschen, Dosen, Papier und anderem Abfall auch immer wieder kuriose Dinge bergen. Obwohl das rücksichtlose Wegwerfen gar nicht erfreulich ist, muss so doch manch ein Helfer lachen, wenn ein Taucher mit einem unerwarteten Gegenstande wie etwa einem Handy oder einem Bürostuhl auftaucht.

Velos gehören dagegen schon fast zum «Standard-Inventar» des Rheins. «Nebst den vielen Velos haben wir dieses Jahr auch Absperrgitter aus dem Wasser gefischt», erklärt der Präsident der «IG Ryybutzete», Ruedi Aerni, gegenüber 20 Minuten. Diese landen zunächst in einer der Mulden an der Schifflände, ehe sie schliesslich entsorgt werden.

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Die Bevölkerung wurde auf der Mittleren Brücke über die laufende Putzaktion informiert.

Die Bevölkerung wurde auf der Mittleren Brücke über die laufende Putzaktion informiert.

20 Minuten/daf
Von Bierdosen über einen Grillrost bis zum Velo – die Helfer fischten bei der «Ryybutzete» alles Mögliche aus dem Rhein.

Von Bierdosen über einen Grillrost bis zum Velo – die Helfer fischten bei der «Ryybutzete» alles Mögliche aus dem Rhein.

20 Minuten/daf
Die freiwiligen Taucher präsentieren einander ihre Fundstücke.

Die freiwiligen Taucher präsentieren einander ihre Fundstücke.

20 Minuten/daf

Revolver und Tresore

Aber nicht für alle Gegenstände lautet die Endstation Müllhalde. Besondere «Schätze» des Rheins werden dieses Jahr im Historischen Museum Basel gezeigt. Sie werden im Rahmen der Ausstellung «Aufgetaucht» zu sehen sein, die vom 21. September 2017 bis am 4. März 2018 dauert. Gezeigt würden dort auch frühere Funde wie römische Münzen und ein alter Revolver, sagt Andreas Mante, Kommunikationschef des Museums. Laut Angaben der «IG Ryybutzete» wurden nebst den erwähnten Gegenständen und zahlreichen Schusswaffen auch schon Tresore, die von Einbrüchen stammen, aus dem Rheinknie geborgen.

Angesichts der Mengen an gesammelten Abfalls hat sich der Einsatz der vielen freiwilligen Helfer an diesem verregneten Samstag auf jeden Fall geloht. Wann die nächste «Ryybutzete» stattfindet, steht noch nicht fest. IG-Präsident Aerni meint, dass es in vier Jahren wieder so weit sein könnte.

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