Globaler Handel - Veloteile als beliebtes Diebesgut – schuld sind Lieferengpässe
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Globaler HandelVeloteile als beliebtes Diebesgut – schuld sind Lieferengpässe

Lieferengpässe sind auch in der Schweiz zu spüren – nicht nur im Elektronikbereich, sondern auch im Zweiradgeschäft. Weil Einzelteile Mangelware sind, bedienen sich manche kurzerhand an fremden Velos.

von
Yasmin Rosner
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Bei Velos sind derzeit Schalthebel und -werke beliebt. (Symbolbild)

Bei Velos sind derzeit Schalthebel und -werke beliebt. (Symbolbild)

20min/News-Scout
Aufgrund Lieferengpässen würde der Autohersteller Fiat seinen Panda Cool derzeit ohne Radio verkaufen, heisst es in dem Bericht.

Aufgrund Lieferengpässen würde der Autohersteller Fiat seinen Panda Cool derzeit ohne Radio verkaufen, heisst es in dem Bericht.

AFP

Darum gehts

  • Die anhaltenden Lieferengpässe erreichen in der Schweiz neue Auswirkungen.

  • Gemäss einem Bericht der «SonntagsZeitung» werden vermehr Veloteile gestohlen, weil sie es auf legalem Wege teils gar nicht mehr gibt.

  • Auch Autos werden ohne Radios verkauft.

  • Händler rechnen damit, dass auch das Weihnachtsgeschäft davon betroffen sein dürfte.

Die Auswirkungen der weltweiten Lieferengpässe nehmen neue Dimensionen an. In Zürich werden neuerdings vermehrt Einzelteile von Velos gestohlen, wie die «SonntagZeitung» schreibt. Das bestätigen Velowerkstätten. Neu haben es die Diebe auf Einzelteile abgesehen, die aufgrund der Lieferverzögerungen nur schwer oder gar nicht zu beschaffen sind. Konkret werden Schalthebel und Schaltwerke professionell ausgebaut.

Auch die Automobilindustrie wird kreativ: Um mehr Neuwagen ausliefern zu können, greifen die Hersteller jetzt zu neuen Methoden. Dort, wo diese nicht zwingend notwendig sind, wird auf Extras verzichtet. So verkauft Fiat sein Modell Panda Cool aktuell ohne Radio.

Weihnachtsgeschäft sei nicht in Gefahr

Vom Chipmangel betroffen ist eine Vielzahl an Waren. Beim Onlinehändler Digitec Galaxus werden die Drucker, Babyphones oder Kaffeemaschinen knapp. Der Händler warnt: «Es wird wohl auch zu Weihnachten Produkte geben, bei welchen mit Lieferengpässen und Verzögerungen zu rechnen ist». Der Onlinehändler Brack.ch rechnet für das Weihnachtsgeschäft sowie für Black Friday und Cyber Week ebenfalls mit Auswirkungen.

Ähnlich tönt es bei den Detailhändlern. Man solle jetzt bereits mit dem Weihnachtsgeschenk-Einkauf beginnen. Ein Sprecher von Manor sagt gegenüber dem «SonntagsBlick»: «Unser Rat an die Kundinnen ist, frühzeitig zuzugreifen, wenn die Ware verfügbar ist.» Und seitens der Migros heisst es: «Steht die Wunschliste für Weihnachten bereits, lohnt es sich, die Geschenke frühzeitig zu bestellen.» Panik aber wollten die Detailhändler nicht aufkommen lassen, zumal sie in den vergangenen Monaten grosse Lager angelegt hätten. Weihnachten sei nicht in Gefahr. Bei Manor versichert man: «Man kann sicher nicht sagen, dass das Weihnachtsgeschäft jetzt ins Wasser fällt!» Die Kundschaft müsse vielleicht lediglich auf ein anderes Modell eines gewünschten Produkts ausweichen.

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