Feiertagsansturm: Venedig kanalisiert Touristen mit Schranken
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FeiertagsansturmVenedig kanalisiert Touristen mit Schranken

Jetzt geht es den Besucherströmen mit technischen Hilfsmitteln zu Leibe. Die Insel Capri will dem Beispiel folgen.

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Polizisten stellen die Schleusen an der Calatrava-Brücke in Venedig auf.

Polizisten stellen die Schleusen an der Calatrava-Brücke in Venedig auf.

epa/Andrea Merola
Aufgrund des erwarteten Feiertagsansturms wurde die Massnahme getroffen.

Aufgrund des erwarteten Feiertagsansturms wurde die Massnahme getroffen.

Riccardo Gregolin
Am ersten Wochenende blieben die Schleusen noch offen. Wird der Ansturm zu gross, können sie jedoch jederzeit geschlossen und die Touristenströme umgeleitet werden.

Am ersten Wochenende blieben die Schleusen noch offen. Wird der Ansturm zu gross, können sie jedoch jederzeit geschlossen und die Touristenströme umgeleitet werden.

Riccardo Gregolin

Noch bis zum 1. Mai kann Venedigs Polizei Touristen an mehreren Stellen der Stadt den Zugang versperren und sie auf andere Wege umleiten, teilte die Stadt mit. Trotz der rund 60'000 Besucherinnen und Besucher liess die Polizei die Drehkreuze am Samstag aber für alle offen. Drehkreuze wurden der Nachrichtenagentur Ansa zufolge an der Brücke Ponte della Costituzione, die über den Canal Grande führt, sowie in der Nähe des Bahnhofs Santa Lucia eingerichtet.

Die Strecke zwischen dem Piazzale Roma und dem Bahnhof Santa Lucia soll bei zu starkem Touristenstrom lediglich den Einwohnern Venedigs zugänglich sein. Auch über die Brücke, die die Lagunenstadt mit dem Festland verbindet, könnten zeitweise nur bestimmte Verkehrsmittel wie Taxis rollen dürfen. Ist der Andrang zu gross, dürfen Touristenboote nicht mehr vor dem Markusplatz anlegen.

Aufgrund des Feiertags am Dienstag wird mit besonders vielen Besuchern in der ohnehin überlaufenen Stadt gerechnet. Venedig lebt vom Tourismus – allerdings gefährden die Massen auch die Welterbestätte. Seit Jahren werden deshalb Massnahmen diskutiert, wie der Tourismus nachhaltiger gestaltet werden kann.

Capri macht Tests

Die Pläne zur Regelung der Touristenströme sind Teil eines Massnahmenpakets, das die Gemeinde der Regierung in Rom sowie der UNO-Kulturorganisation (Unesco) vorlegen will. Ziel sei, einen «verantwortungsbewussten und nachhaltigen Tourismus» zu fördern und dabei die Interessen der Bewohner zu berücksichtigen, hiess es vonseiten der Stadt.

Nach Venedig überlegt sich nun auch die italienische Ferieninsel Capri, Zugangssperren für Touristen einzurichten. Damit soll der Besucherandrang an bestimmten Orten der Insel geregelt werden. «Wir können zwar nicht verhindern, dass Touristen bei uns landen, wir müssen aber die Touristenströme regeln. Wir werden wie in Venedig einige Tests durchführen», kündigte Gianni De Martino, Gemeindepräsident der Insel, an.

Das Touristenchaos auf der zehn Quadratkilometer kleinen Insel sei an einigen Tagen «dramatisch», sagte De Martino gegenüber der Tageszeitung «Corriere della Sera» vom Sonntag. Zu schaffen gibt vor allem der zunehmende Ansturm der Tagestouristen, die nicht auf der Insel übernachten. Diese würden die engen Wege und Gassen der Insel verstopfen, die umhegten Luxustouristen verärgern und letztlich zum Niedergang der Trauminsel mit der Blauen Grotte beitragen, sagte De Martino. (sei/sda)

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