Lebensmittel knapp: Venezolanerinnen stürmen Grenze nach Kolumbien
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Lebensmittel knappVenezolanerinnen stürmen Grenze nach Kolumbien

Die Versorgungskrise in Venezuela verschärft sich: Rund 500 Frauen überquerten die geschlossene Grenze zu Kolumbien, um sich mit Essen einzudecken.

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Die Lebensmittelkrise im wirtschaftlich schwer angeschlagenen Venezuela spitzt sich zu: Rund 500 Frauen haben am Dienstag die seit einem Jahr geschlossene Grenze zum Nachbarland Kolumbien überquert, um dort Essen zu kaufen.

Die meisten kamen der kolumbianischen Zeitung «La Opinión» zufolge aus dem Bundesstaat Táchira. Den Frauen gelang es, eine Soldatenkette zu überwinden. In der Stadt Cúcuta im Nordosten Kolumbiens versorgten sie sich mit Grundnahrungsmitteln und anderen wichtigen Produkten. Anschliessend gingen sie zurück über die Grenze.

Sie müssen stundenlang mit den Einkäufen an der Grenze warten

Die Protestaktion fand am Grenzübergang Simón Bolívar und Francisco de Paula Santander auf kolumbianischer Seite statt, wie in einem Video zu sehen ist, das in sozialen Onlinenetzwerken verbreitet wurde. Sie waren in Weiss gekleidet.

«Wir haben uns entschlossen, die Grenze zu überqueren, da wir zu Hause nichts zu essen haben und unsere Kinder hungern, wir leben in grosser Not», sagte eine der Frauen. In kolumbianischen Supermärkten seien sie herzlich empfangen worden. Auf dem Rückweg mussten die Frauen dann mit den schwer beladenen Einkaufstaschen einige Stunden an der Grenze anstehen, bis das venezolanische Militär sie wieder in ihr Heimatland liess.

Wegen gravierender Versorgungsengpässe gab es zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen in Venezuela. Das südamerikanische Land ist extrem abhängig von seinen Einnahmen aus dem Öl-Export. Seit dem Verfall der Ölpreise steckt Venezuela in einer massiven Wirtschaftskrise. Die Opposition macht den sozialistischen Präsidenten Nicolás Maduro für die Misere verantwortlich.

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