Venezuela dreht Exxon Mobil Ölhahn zu
Aktualisiert

Venezuela dreht Exxon Mobil Ölhahn zu

Venezuelas staatliche Ölgesellschaft PDVSA hat ihre Rohöl- und Petroleumlieferungen an den US-Konzern Exxon Mobil gestoppt.

Die Geschäftsbeziehungen seien ausgesetzt worden, erklärte das Unternehmen gestern.

Reaktion auf Einfrierung von Konten

PDVSA reagierte mit dem Lieferstopp auf die von Exxon Mobil veranlasste Einfrierung milliardenschwerer Vermögenswerte von PDVSA. Exxon Mobil will sich damit Entschädigungen sichern, nachdem Ölfelder in Venezuela verstaatlicht wurden.

Drohung wahr gemacht

Am Sonntag hatte Präsident Hugo Chavez wegen des Rechtsstreits um die Verstaatlichung mit einem Lieferstopp für die Vereinigten Staaten gedroht. Daraufhin stieg der Preis des Rohstoffes an den Weltmärkten.

Venezuelas Ölminister Rafael Ramirez bekräftigte die Drohung in einem gestern veröffentlichten Zeitungsinterview. Venezuela hatte im Juni 2007 die Anteile von Exxon und dessen US-Konkurrenten ConocoPhillips an Vorhaben in der Orinoco-Region im Zuge einer Verstaatlichung übernommen.

«Exxon wird uns nie mehr ausrauben»

«Der Gesetzlose Exxon Mobil wird uns nie wieder ausrauben», sagte Chavez weiter. Das Unternehmen arbeite mit der Regierung in Washington zusammen und sei Teil einer weltweiten Konzernmafia. Exxon geht vor Gerichten in den USA, Grossbritannien und den Niederlanden gegen die Verstaatlichungen in Venezuela vor und will Vermögenswerte der staatlichen venezolanischen Ölgesellschaft Petroleos de Venezuela einfrieren lassen. Andere Ölfirmen wie Chevron, Total, BP und Statoil Hydro haben mit der Regierung Vereinbarungen ausgehandelt, um ihre Arbeit in den verstaatlichten Projekten als Minderheitspartner fortzusetzen.

USA grösster Öl-Kunde von Venezuela

Wie viel Öl PSVSA bislang an Exxon Mobil geliefert hat, war nicht bekannt. Die USA sind weiterhin grösster Abnehmer venezolanischen Öls.

(sda)

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