Aktualisiert 20.10.2006 06:34

Venezuela probierts weiter

Venezuela will unbedingt in den UNO-Sicherheitsrat. Und wird einfach nicht gewählt. Mittlerweile ist der 35. Wahlgang durch. Und die Venezolaner probieren es weiter.

Auch in diesem jüngsten Wahlgang in der UNO-Vollversammlung lag Guatemala zwar mit 103 zu 81 Stimmen vor Venezuela, verfehlte aber zum wiederholten Male die nötige Zweidrittelmehrheit. Nun wird der Wahlmarathon bis am Mittwoch für fünf Tage unterbrochen.

Die beiden Länder bewerben sich um einen zum Jahreswechsel freiwerdenden nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat, der einem lateinamerikanischen Staat zusteht. Momentan wird er von Argentinien wahrgenommen.

Die Bewerbung Guatemalas wird von den USA unterstützt. In den meisten Wahlgängen hat das Land bisher mit 20 bis 30 Stimmen Abstand vor seinem ölreichen Konkurrenten gelegen, der vom entschiedenen US-Gegner Hugo Chavez regiert wird.

«Absurdes Theater»

Im September hatte Chavez US-Präsident George W. Bush vor der UNO-Vollversammlung als Teufel bezeichnet, der bei seinem Auftritt Schwefelgeruch im Plenarsaal hinterlassen habe.

Venezuela bewertete das bisherige Abschneiden als Erfolg. «Herr Bolton hat es nicht geschafft, uns aus dem Rennen zu drängen», kommentierte Venezuelas UNO-Botschafter Francisco Arias Cardenas den bisherigen Abstimmungsverlauf mit Blick auf seinen US-Kollegen John Bolton.

Dieser sagte: «Die ehrenhafte Lösung würde darin bestehen, dass der seine Kandidatur zurückzieht, der 28 von 29 Abstimmungen verloren hat.» Guatemalas Aussenminister Gert Rosenthal sprach von einem «absurden Theater» und forderte eine längere Unterbrechung anstatt immer weiterer Wahlgänge.

(sda)

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