Treffen geplant: Venezuela und Kolumbien nähern sich an
Aktualisiert

Treffen geplantVenezuela und Kolumbien nähern sich an

Knapp drei Wochen nach dem Abbruch ihrer diplomatischen Beziehungen streben Venezuela und Kolumbien eine Versöhnung an. Die Präsidenten wollen sich am Dienstag treffen.

Venezuela und Kolumbien kommen sich wieder näher

Venezuela und Kolumbien kommen sich wieder näher

Hugo Chávez und Juan Manuel Santos wollten bei einem Treffen am Dienstag in Kolumbien über eine Wiederaufnahme der Beziehungen sprechen. Dies kündigte die kolumbianische Aussenministerin Maria Angela Holguin am Sonntag nach Gesprächen mit ihrem Amtskollegen Nicolas Maduro in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá an.

Der neue kolumbianische Staatschef Santos hatte bei seiner Antrittsrede am Vortag Chávez «freie und direkte Gespräche» angeboten. Dieser zeigte sich umgehend gesprächsbereit.

Noch unter Santos' Vorgänger und Förderer Alvaro Uribe waren im vergangenen Monat die anhaltenden Spannungen zwischen den ideologisch grundverschiedenen Nachbarn offen ausgebrochen: Nach dem Vorwurf Kolumbiens, Chávez gewähre 1500 kolumbianischen FARC- Rebellen Unterschlupf, hatte Venezuela die diplomatischen Beziehungen abgebrochen. In der vorigen Woche dann ordnete er die Verlegung von Truppen an die Grenze zu Kolumbien an.

Chávez richtet sich an Rebellen

Als Zeichen des guten Willens forderte Chávez am Sonntag alle kolumbianischen Rebellen zur Freilassung ihrer Geiseln auf. Die Guerillabewegung müsse mit einer «überzeugenden Geste» ihren Friedenswillen zeigen», sagte der linksgerichtete venezolanische Staatschef in seiner wöchentlichen Fernseh- und Radioshow «Aló Presidente».

«Warum sollte eine Guerillabewegung überhaupt Geiseln haben», sagte er weiter. Er sehe für die kolumbianischen Rebellen «keine Zukunft im bewaffneten Kampf». (sda)

Chávez lehnt US-Botschafter ab

Der venezolanische Staatschef Hugo Chávez hat den designierten US-Botschafter Larry Palmer abgelehnt. «Glaubst du, Obama, dass ich diesen Gentleman als Botschafter akzeptiere», sagte er am Sonntag in seiner Fernseh- und Radioshow «Aló Presidente» an die Adresse von US-Präsident Barack Obama.

Der linksgerichtete Staatschef forderte Obama auf, «sich nach einem anderen Kandidaten umzusehen». Palmer hatte Venezuela verärgert, als er im Rahmen seines Nominierungsverfahrens vor dem US- Senat erklärte, dass die Moral in der venezolanischen Armee niedrig sei und es eindeutige Verbindungen zwischen der Regierung und linksgerichteten kolumbianischen Rebellen gebe.

Diese Äusserungen erfolgten zu einem äusserst ungünstigen Zeitpunkt - Kolumbien warf Venezuela bereits vor, 1500 kolumbianische FARC-Rebellen auf seinem Staatsgebiet zu dulden.

«Er habe sich selbst unmöglich gemacht», sagte Chávez über den Botschafter. Palmer habe gegen alle Regeln der Diplomatie verstossen. Gegen die Äusserungen Palmers hatte das venezolanische Aussenministerium bei der US-Regierung umgehend protestiert. Die US- Regierung erklärte jedoch, sie teile Palmers Auffassung. (sda)

Deine Meinung