100-Bolivar-Scheine: Venezuela zieht Banknoten aus dem Verkehr
Aktualisiert

100-Bolivar-ScheineVenezuela zieht Banknoten aus dem Verkehr

Der venezolanische Präsident Maduro will laut eigenen Aussagen gegen Kriminelle vorgehen. Er zieht daher die 100-Bolivar-Note aus dem Verkehr.

von
kwo
1 / 23
Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro zieht die 100-Bolivar-Note aus dem Verkehr. Kriminelle hätten sie verwendet, um Geld aus dem Land zu schaffen.

Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro zieht die 100-Bolivar-Note aus dem Verkehr. Kriminelle hätten sie verwendet, um Geld aus dem Land zu schaffen.

Miguel Gutierrez
In Venezuela herrscht derzeit eine Wirtschaftskrise. Viele Fischer verlegen sich deshalb auf das Geschäft mit der Piraterie. Auf dem Bild: Mitten in der Nacht geht die venezolanische Familie Marval aus Punta de Araya auf Fischfang.

In Venezuela herrscht derzeit eine Wirtschaftskrise. Viele Fischer verlegen sich deshalb auf das Geschäft mit der Piraterie. Auf dem Bild: Mitten in der Nacht geht die venezolanische Familie Marval aus Punta de Araya auf Fischfang.

AP/Rodrigo Abd
Die Mitglieder der Marval-Familie wurden bereits Opfer der Piraten. Der Fischer mit dem Spitznamen «El Chukiti» nimmt daher stets eine selbstgebaute Waffe mit.

Die Mitglieder der Marval-Familie wurden bereits Opfer der Piraten. Der Fischer mit dem Spitznamen «El Chukiti» nimmt daher stets eine selbstgebaute Waffe mit.

AP/Rodrigo Abd

Die venezolanische Regierung zieht die bislang grössten Geldscheine im Wert von 100 Bolivar aus dem Verkehr. Präsident Nicolás Maduro begründete den mit einem Notstandsdekret verfügten Schritt am Sonntag mit dem Kampf gegen die Mafia.

Internationale Mafiabanden hätten in 100-Bolivar-Scheinen Milliarden ins Ausland verschoben, vor allem nach Kolumbien, sagte Maduro in seiner wöchentlichen Radiosendung «In Kontakt mit Maduro».

Nach Maduros Dekret verlieren die 100-Bolivar-Scheine binnen 72 Stunden ihre Gültigkeit. Der sozialistische Präsident ordnete ausserdem an, umgehend «alle Möglichkeiten auf dem Land-, See- und Luftweg» zu schliessen, auf denen die ausgemusterten Banknoten zurück ins Land gebracht werden könnten. «Ihr könnt mit eurem Betrug draussen bleiben», sagte Maduro an die Mafia gerichtet.

Bonbon teurer als grösster Geldschein

Venezuela leidet wegen des Verfalls des Ölpreises an einer schweren Wirtschaftskrise mit drastischen Preissteigerungen. Wegen Versorgungsengpässen gab es in dem südamerikanischen Land zuletzt immer wieder Unruhen und Plünderungen, bei Protesten wurden zahlreiche Menschen getötet. Die Opposition macht Maduro und seine Regierung für die wirtschaftlichen Probleme verantwortlich.

Der Bolivar hat in den vergangenen drei Monaten 75 Prozent an Wert zum Dollar verloren. Der 100-Bolivar-Schein ist bislang der grösste Geldschein – allerdings ist derzeit sogar ein einzelnes Bonbon teurer. Um mit der Inflation Schritt zu halten, will die Regierung bald grössere Geldscheine einführen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für 2016 mit einer Inflationsrate von 475 Prozent. (kwo/sda)

Deine Meinung