Aktualisiert 08.04.2020 17:37

Etappen-Plan

Verband fordert Öffnung des Detailhandels

Der Schweizer Filialenverband will Läden mit «geringer Ansteckungsgefahr» sofort wieder öffnen. Der wirtschaftliche Schaden sei sonst zu gross.

von
les
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Sieht die Einkaufsmeile an der Zürcher Bahnhofstrasse schon bald wieder so aus?

Sieht die Einkaufsmeile an der Zürcher Bahnhofstrasse schon bald wieder so aus?

Keystone/Christian Beutler
In der Schweiz sind momentan nur Läden offen, die lebensnotwendige Güter verkaufen, also vor allem Lebensmittelgeschäfte und Apotheken.

In der Schweiz sind momentan nur Läden offen, die lebensnotwendige Güter verkaufen, also vor allem Lebensmittelgeschäfte und Apotheken.

Keystone/Goran Basic
Der Verband Schweizerische Filialunternehmungen (VSF) fordert jetzt jedoch eine «schnellstmögliche Wiedereröffnung des Detailhandels».

Der Verband Schweizerische Filialunternehmungen (VSF) fordert jetzt jedoch eine «schnellstmögliche Wiedereröffnung des Detailhandels».

Keystone/Alessandro Della Bella

Langsam geht in der Schweiz die Anzahl der Neuinfizierten zurück. Trotzdem betont der Bund, die Ansteckungsgefahr sei nach wie vor hoch und die Krise noch lange nicht überstanden. Deshalb sind in der Schweiz momentan nur Läden offen, die lebensnotwendige Güter verkaufen, also vor allem Lebensmittelgeschäfte und Apotheken. Das soll auch bis am 26. April so bleiben, verkündete der Bundesrat am Mittwoch. Danach soll der Lockdown aber schrittweise gelockert werden. Über die Etappen der Lockerung will der Bundesrat am 16. April befinden.

Severin Pflüger vom Verband Schweizerische Filialunternehmungen (VSF) ist erleichtert über diesen Entscheid: «Jetzt haben wir einen Punkt, an dem wir uns orientieren können.» Es müsse viel vorbereitet werden: Das Sortiment müsse angepasst, Personal müsse aus der Kurzarbeit zurückgeholt und Hygieneartikel müssten bereitgestellt werden.

Doch die vom Bundesrat in Aussicht gestellte Lockerung geht dem VSF nicht schnell genug. Er forderte in einer Medienmitteilung vom Mittwoch eine «schnellstmögliche Wiedereröffnung des Detailhandels». Konkret sah der Plan des VSF so aus: Alle Läden, deren Verkaufskonzepte eine geringe Ansteckungsgefahr bergen, sollen sofort wiedereröffnet werden. Zu diesen Läden gehören laut VSF Bau- und Gartencenter oder Möbelhäuser, die über eine grosse Verkaufsfläche verfügen, mit wenig Beratung auskommen und Produkte anbieten, die nicht auf dem Körper des Kunden getragen und probiert werden.

«Onlinehandel ist überlastet»

Spätestens am 20. April sollen alle Läden folgen, die bereit sind, verschärfte Hygienevorschriften zu erfüllen. Als mögliche Vorschriften nennt der VSF Handdesinfektion der Kunden am Eingang, Desinfektion von häufig durch Kunden berührten Einrichtungsgegenständen und Verkaufsgütern, «Social Distancing» bei der Beratung und an der Kasse sowie entsprechende Schulung des Personals. Auch das Tragen von Masken käme infrage. Läden, die solche Hygienemassnahmen nicht umsetzen können, sollen folgen, sobald es die aktuelle Situation zulässt.

Der VSF argumentiert mit dem wirtschaftlichen Schaden für den Detailhandel, aber auch für andere Branchen: «Auch Produktions- und Transportunternehmen sowie weitere Wirtschaftsbereiche leiden unter der Schliessung», heisst es in der Mitteilung. In der Folge habe sich ein wesentlicher Teil des Handels mit solchen Gütern in den Onlinehandel verschoben. Doch das führe zu einer Überlastung des Systems, da die Nachfrage die Kapazitäten übersteige.

Ausserdem weist der VSF in seiner Mitteilung darauf hin, dass die Läden sehr unterschiedliche Startbedingungen haben werden. In gewissen Bereichen werde ein grosses Nachholbedürfnis der Kunden zu spüren sein: «Diese Läden sollten möglichst schnell wieder öffnen können. Auch Läden wie Gartencenter, deren Sortiment gerade Saison hat, dürften von einer schnellen Wiedereröffnung unter strengen Auflagen profitieren.»

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