Aktualisiert 25.03.2011 11:35

Peter GilliéronVerbandsboss spricht bereits von Niederlage

Noch ist das vorentscheidende Spiel gegen Bulgarien nicht gespielt. Den SFV-Präsidenten kümmert das nicht: Er sinniert über die Zeit nach einer möglichen Niederlage.

von
heg
SFV-Präsident Peter Gilliéron könnte ein Scheitern in der EM-Qualifikation verkraften. (Bild: Keystone/AP)

SFV-Präsident Peter Gilliéron könnte ein Scheitern in der EM-Qualifikation verkraften. (Bild: Keystone/AP)

Alles oder nichts heisst es für die Kicker von Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld am Samstag um 17.45 Uhr Schweizer Zeit. In Sofia müssen Alex Frei und Co. gegen Bulgarien gewinnen, sonst ist der Zug Richtung EM-Endrunde 2012 in der Ukraine und Polen wohl ohne die Eidgenossen abgefahren. Bei einer Niederlage wäre die Qualifikation nur noch mathematisch möglich.

Verliert die Schweiz auswärts gegen Bulgarien tatsächlich, bedeutet dies für den Präsidenten des Schweizerischen Fussballverbandes, Peter Gilliéron, aber nicht den Weltuntergang. «Wir würden nächstes Jahr sicher einige Millionen weniger verdienen. Aber ein Verpassen der EM würde nicht den Tod des Schweizer Fussballs bedeuten», sagt Gilliéron in einem Interview mit der «Aargauer Zeitung». Gemäss dem SFV-Präsidenten hat der Verband in guten Zeiten Reserven angelegt, um eine Phase ohne Endrunden-Qualifikation zu überstehen. Bei einem Scheitern müsste man theoretisch sogar die Nachwuchsförderung verstärken, findet Gilliéron. Die Schweiz könne aber zwei erfolglose Qualifikations-Perioden überstehen. «Sollte sich dann der Erfolg nicht wieder einstellen, müssten wir Massnahmen ergreifen.»

Bei einem allfälligen ersten Scheitern nach vier grossen Turnieren in Serie würden auch die Erträge aus der Vermarktung nicht ausbleiben. «Glücklicherweise haben wir Sponsoren, die uns auch in schlechteren Zeiten treu bleiben. Auch auf die Fernsehgelder dürfte ein sportlicher Misserfolg keinen Einfluss haben, weil ja die Einschaltquoten relevant sind und das Interesse an der Schweizer Nati weiterhin ungebrochen ist.» Wie Gilliéron weiter erklärt, müsste es über eine längere Zeit katastrophal laufen, ehe sich die Resultate auf die Einnahmen aus dem TV- und Werbetopf auswirken.

«Von unten kommt viel nach»

Dass die Nati seit der WM im letzten Sommer stagniert, findet der Verbandsboss nicht. «Allein die Qualifikation für die WM war ein Erfolg. Auch wenn alle enttäuscht waren, dass es nicht für die Achtelfinals gereicht hat», so Gilliéron. «In die aktuelle Qualifikationsphase sind wir nicht nur schlecht gestartet, sondern auch von der Stärke der Montenegriner überrascht worden. Das erschwert unsere Situation zusätzlich.» Für die Zukunft der Schweizer Nati sieht der studierte Jurist aber nicht schwarz. «Es stimmt mich positiv, dass von unten viel nachkommt. Beispielsweise aus der U21, die sich für die EM im kommenden Sommer qualifiziert hat.»

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Was der «kleinen» Nati bereits gelungen ist, hat das A-Team noch nicht geschafft. Gilliéron glaubt aber gegen Bulgarien an die Wende. «Meist, wenn wir mit dem Rücken zur Wand gestanden sind, hat sich das positiv auf die Leistungen ausgewirkt. Es brauchte oft den Kick, dass es jetzt um die Wurst geht.» Weil der Verbandsboss im Vorfeld der so wichtigen Partie auch Ruhe wollte, wurde der Vertrag mit Nati-Trainer Ottmar Hitzfeld frühzeitig verlängert. «Es war mit ein Grund, dass wir uns davon für das Bulgarien-Spiel etwas erhoffen.»

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