Verbot: Keiner kauft mehr Feuerwerk
Aktualisiert

Verbot: Keiner kauft mehr Feuerwerk

Herber Schlag für die Feuerwerksbranche: Das Verbot einiger Kantone lässt bei Importeuren und Produzenten den Umsatz einbrechen. Weniger hart trifft es die Grossverteiler; sie retournieren die Ware. Die Kunden bekommen ihr Geld zurück.

«Brutal» sei das Verbot, sagte Daniel Bussmann vom Luzerner Importeur Bugano am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Die Firma nehme alle ausgelieferte Ware, die nicht verkauft werden konnte oder durfte zurück. Er rechnet mit einer Umsatzeinbusse von 50 bis 75 Prozent des Jahresumsatzes.

Kritik an generellen Verboten

Denn der 1. August ist das Hauptgeschäft für die Branche. Schon im Hitzesommer machten die Produzenten und Importeure von Feuerwerk herbe Verluste. «Das hätten wir jetzt einigermassen verarbeitet - und nun dieser Schlag», sagt Bussmann.

Beim Berner Oberländer Produzenten Hamberger wird von so genanntem Grossfeuerwerk, wie sie etwa Gemeinden veranstalten, rund ein Viertel zurückgegeben. Was an Grossisten geliefert wurde, kommt zwar nicht zurück. Da diese nun aber auf vollen Lagern sitzen, geht künftiger Umsatz verloren, sagte Geschäftsführer Kurt Abegglen auf Anfrage.

Vor diesem Hintergrund kritisieren Bussmann und Abbegglen jene Kantone, die ein generelles Verbot erlassen haben. Die Lage habe sich vielerorts entspannt, nur wollten dies die Behörden nicht einsehen. Eine gemeindeweise Regelung hätte genügt.

Grossverteiler kommen glimpflich davon

Die Lieferanten bleiben auf der Ware sitzen, für die Grossverteiler Migros und Coop dagegen ist das Feuerwerksverbot ein Nullsummenspiel. Ihnen entgeht lediglich die Marge auf der verkauften Ware.

Genaue Zahlen sind noch nicht erhältlich. Doch man verkaufe «klar weniger» als in anderen Jahren, wo ein Umsatz «von einigen wenigen Millionen» gemacht wurde, sagte Coop-Sprecher Karl Weisskopf. Auch Migros verzeichnet «grosse Einbussen», wie Nathalie Eggen auf Anfrage sagte.

Coop stellte dort, wo ein Verbot erlassen wurde, den Verkauf ein. Bei Migros wird dies je nach Genossenschaft unterschiedlich gehandhabt. So wurde in Genf, wo ein Feuerwerkverbot gilt, der Verkauf gestoppt, in Zürich dagegen nicht.

Coop nimmt zurück

Coop nimmt bereits verkaufte Ware - in Originialverpackung und gegen Vorweisen des Kassabons - bis am 2. August zurück. Bei der Migros ist auch dies regional geregelt.

Für Coop sei der Verkaufsstop «eine Frage der Vernunft», sagte Weisskopf. Wenn Feuerwerk nicht abgefeuert werden dürfe, sollte man es auch nicht verkaufen. Daher habe man dies national geregelt.

Feuerwerk trotz Verbot als Diebesgut begehrt

Unbekannte Diebe haben es im Kanton St. Gallen trotz des Feuerwerkverbots zum 1. August auf Feuerwerk abgesehen. Sie drangen am Wochenende in ein Einkaufszentrum in Schänis ein und liessen Feuerwerkskörper im Wert von mehreren hundert Franken mitlaufen, wie die Kantonspolizei St. Gallen mitteilte. (sda)

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