24.10.2020 07:38

CoronavirusVerbot von Grossveranstaltungen, Sperrstunde, Tanzverbot – das schlägt Berset den Kantonen vor

Am kommenden Mittwoch will der Bundesrat härtere Massnahmen beschliessen, sollten die bisherigen nicht ausreichen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Dazu liegt den Kantonen eine Liste vor.

von
Claudia Steiger
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Gemäss dem «Blick» schlägt Gesundheitsminister den Kantonen folgende Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus vor:

Gemäss dem «Blick» schlägt Gesundheitsminister den Kantonen folgende Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus vor:

KEYSTONE
Eine Maskenpflicht im Freien, wie sie zum Beispiel Deutschland in Teilen schon kennt…

Eine Maskenpflicht im Freien, wie sie zum Beispiel Deutschland in Teilen schon kennt…

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Auch am Arbeitsplatz soll eine flächendeckende Maskenpflicht gelten.

Auch am Arbeitsplatz soll eine flächendeckende Maskenpflicht gelten.

REUTERS

Darum gehts

  • Der Bundesrat behält sich eine Verschärfung der Massnahmen gegen das Coronavirus vor.

  • Alain Berset hat den Kantonen dazu am Freitag einen Konsultationsentwurf in die Vernehmlassung gegeben.

  • Dieser sieht unter anderem eine ausgedehnte Maskenpflicht im Freien vor.

Noch immer steigen die Coronavirus-Fallzahlen in der Schweiz rasch an. Bereits hat der Bundesrat angekündigt, kommenden Mittwoch weitere Massnahmen zu beschliessen, sollten die bisherigen nicht ausreichen, um die Ausbreitung des Virus zu stoppen. Wie der «Blick» schreibt, hat Gesundheitsminister Alain Berset den Kantonen dazu am Freitag einen Konsultationsentwurf in die Vernehmlassung gegeben. Die wichtigsten Punkte daraus:

• Die Maskenpflicht im Freien soll massiv ausgedehnt werden und auch in Siedlungsgebieten gelten.

• Die Maskenpflicht soll auch in allen öffentlich zugänglichen Innenräumen und Aussenbereichen von Einrichtungen und Betrieben – also auch auf Märkten oder in Wartebereichen von Bahnhöfen oder bei Bushaltestellen eingeführt werden. Ausgenommen wären Restaurantgäste, wenn sie am Tisch sitzen.

• Auch am Arbeitsplatz in Innenräumen soll eine Maskenpflicht gelten.

• Für öffentliche Veranstaltungen ist eine Obergrenze von 50 Personen vorgesehen. Ausgenommen wären politische Versammlungen der Legislativen auf eidgenössischer, kantonaler und kommunaler Ebene.

• An privaten Veranstaltungen im Familien- und Freundeskreis – also etwa Geburtstagen oder Hochzeiten – dürften maximal 15 Personen teilnehmen.

• Für Gastro- und Clubbetriebe ist eine Sperrstunde von 22 bis 6 Uhr vorgesehen. Für Gäste gilt eine Sitzpflicht – und es dürften maximal vier Personen am Tisch sein.

Diskotheken und Tanzlokale sollen schliessen, Tanzveranstaltungen würden verboten.

• Die Universitäten und weitere höhere Schulen müssten zurück in den Fernunterricht. Nur die obligatorische Schule und die Sekundarstufe II blieben im Präsenzunterricht.

• Sportaktivitäten ausserhalb des Profisports sollen eingeschränkt werden. Zulässig wären nur Sportarten ohne Körperkontakt mit maximal 15 Personen.

• Im nicht-professionellen Bereich der Kultur wären Proben und Auftritte bis maximal 15 Personen zulässig – aber mit Schutzmaske und Abstand. Proben und Konzerte von Chören und mit Sängern wären untersagt.

Verschiedene Kantone gehen laut Bericht davon aus, dass es sich bei den Vorschlägen um Maximalforderungen handelt. Bisher hiess es, die Kantone sollten selber schauen. Dank der weitreichenden Forderungen des Bundes würden einige allerdings merken, dass sie nachbessern müssten. Würden sie das tun, müsse der Bund aus Bersets Sicht nicht handeln.

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