Aktualisiert 21.03.2005 20:27

Verbot von Plastikstühlen: Stadt Bern krebst zurück

Hurra, der Lenz ist da – und auch die Plastikstühle. Letztes Jahr wollte Alex Tschäppät sie aus den Gartenbeizen verbannen. Nun werden sie doch noch geduldet – der Stapi hofft aber auf Konkurrenzkampf unter den Wirten.

«Man kann die neuen Regeln nicht von heute auf morgen durchsetzen», sagt Marc Heeb von der Gewerbepolizei. Das Ersetzen des Mobiliars sei ein «natürlicher Prozess», man könne keine einheitliche Frist setzen. Die Folge: Auch im Jahr zwei nach Einführung der neuen Leitlinien für Wirtschaftsgärten gibts immer noch Plastikmöbel in der Stadt – sogar an der Front. Keine Rede ist mehr davon, unwilligen Wirten die Bewilligung zu entziehen.

Stapi Alexander Tschäppät forderte vor einem Jahr, dass die neuen Leitlinien zumindest in der Innenstadt «unverzüglich» umgesetzt werden. Jetzt tönt er moderater: «Es macht keinen Sinn, die Vorschriften mit Gewalt durchzusetzen», sagt er. «Der Markt wird die Situation regulieren: Eine schöne Beiz bedeutet Spass für Kunden.»

«Ich habe noch genug Gäste – trotz der angeblich hässlichen Plastikstühle», kontert Peter Balz vom Hotel Adler. «Wenn Herr Tschäppät will, dass ich andere Stühle aufstelle, soll er das auch berappen.» Schliesslich zahle er der Stadt Miete. Balz: «Und einem Wohnungsmieter kann der Vermieter auch nicht vorschreiben, dass er in einem Ikea-Bett schlafen muss.»

Andrea Abbühl

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