Abfallprodukte von UV-Filtern - Verbrauchermagazin warnt vor schädlichen Stoffen in Sonnencremes
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Abfallprodukte von UV-FilternVerbrauchermagazin warnt vor schädlichen Stoffen in Sonnencremes

Sonnencremes sollen den Körper schützen – doch in manchen sind Stoffe enthalten, die als bedenklich gelten und sogar verdächtigt werden, krebserregend zu sein. Das Verbrauchermagazin «Öko-Test» rät von einigen Produkten ab.

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Vorsicht: Sonnencremes enthalten oft potentiell gefährliche Stoffe. 

Vorsicht: Sonnencremes enthalten oft potentiell gefährliche Stoffe.

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Entscheidend ist auch, welche UV-Filter verwendet werden.

Entscheidend ist auch, welche UV-Filter verwendet werden.

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Manche Cremes sind nicht nur für die Gesundheit «bedenklich», sondern auch umweltschädigend.

Manche Cremes sind nicht nur für die Gesundheit «bedenklich», sondern auch umweltschädigend.

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Darum gehts

  • Sonnencreme ist nicht gleich Sonnencreme: Manche Produkte sind nicht nur für die Umwelt schlecht, sondern auch potentiell gefährlich.

  • Laut dem Konsumentenmagazin «Öko-Test» sind nur wenige Produkte uneingeschränkt empfehlenswert.

  • Die besten Cremes sind alle im unteren Preisbereich angesiedelt.

Das deutsche Verbrauchermagazin «Öko-Test» hat insgesamt 22 Sonnencremes mit Lichtschutzfaktor 30 unter die Lupe genommen. Fazit: Nur wenige der Produkte bestehen den Test mit «sehr gut», an den meisten gab es etwas auszusetzen. Und in einigen der Produkte sind gar Stoffe enthalten, die als «bedenklich» eingestuft werden. Wie «Watson» berichtet, sind mehrere der im deutschen Testmagazin geprüften Produkte auch in der Schweiz erhältlich.

Besonders problematisch ist bei den beanstandeten Cremes der Stoff Benzophenon, ein Abbauprodukt des verwendeten UV-Filters Octocrylen. Wissenschaftler halten Benzophenon für potentiell krebserregend. In allen sieben Cremes mit Octrocrylen wurde auch Benzophenon gefunden, in einer davon in hoher Konzentration. Beim Altern der Sonnencremes erhöht sich der Gehalt des potentiell schädlichen Stoffes. Zudem soll Octocrylen hormonelle Wirkung entfalten.

Des Weiteren beanstandete «Öko-Test» sogenannte PEG-Verbindungen, die die Haut durchlässiger für Fremdstoffe machen und halogen-organische Verbindungen, von denen viele Allergien auslösen können und sich zudem in der Umwelt anreichern. Zudem beleuchtet der Test die Unterschiede zwischen mineralischen (etwa Titandioxid oder Zinkoxid), die das Licht reflektieren und streuen, und chemisch-organischen UV-Filtern, welche in die Haut eindringen und dort die UV-Strahlung absorbieren. Das Magazin empfiehlt erstere als bessere Wahl für die Haut.

Nur vier Produkte schneiden mit «sehr gut» ab

«Watson» nennt im Artikel sechs Cremes mit Octocrylen, die auch in der Schweiz angeboten werden. Es handelt sich dabei um Ladival empfindliche Haut, Jean & Len Sensitiv 30, Lavozon Sonnenmilch, Cetaphil Sun Daylong Liposomale Lotion, Garnier Ambre Solaire Sonnenschutzmilch sowie Piz Buin Moisturizing Ultra Light Sun Spray. Von letzteren drei rät das Magazin explizit ab.

Unter dem Strich empfiehlt «Öko-Test» bloss vier Produkte uneingeschränkt. Es handelt sich dabei um Sonnenmilch der Marken Today, Alverde Sensitiv, Sun Dance Green sowie Cien Sun, wobei nur letztgenannte bei Lidl in der Schweiz angeboten wird. Bei allen vier Cremes handelt es sich um Discounter-Produkte, die die teuren Cremes buchstäblich in den Schatten stellen.

Tödlich für Korallen

Neben dem beanstandeten Stoff Octocrylen gelten unter anderem auch Oybenzon, Parabene und Triclosan als bereits in kleinen Mengen schädlich für Korallenriffe, wie der «Spiegel» bereits anfangs 2020 schrieb. So haben Palau und einige weitere Staaten Cremes mit diesen Komponenten unter Strafe gestellt – wer sich trotzdem damit einschmiert, riskiert umgerechnet 1000 Franken Busse.

Gemäss dem Fachmagazin «Nature» gäbe es durchaus Alternativen zu den umweltschädlichen Cremes: Laut einer neuen Studie ist der seit langem bekannte Farbstoff Methylenblau nicht nur in der Lage, UVA- und UVB-Strahlen abzuhalten, sondern soll sogar durch Sonneneinstrahlung verursachte Schäden im Erbgut reparieren können. Des Weiteren soll die Substanz, die auch gegen Malaria und Alzheimer eingesetzt wird, sogar die Hautalterung verlangsamen.

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