Aktualisiert 06.06.2005 11:50

Verbrecher werden durch Heirat gut

Eine Heirat führt Kriminelle oft auf den Weg der Tugend. Nach einer amerikanischen Studie bedeutete es den wesentlichsten Einschnitt in den Biografien Krimineller, wenn sie ihre Frau fürs Leben gefunden hatten.

Dies erläuterte der Kriminologie-Experte an der Universität von Maryland (USA), John H. Laub, am Montag auf einer Tagung an der Universität Jena (D). Viele hätten dann ihre alten «Freunde» verlassen und eine neue Identität erlangt.

«Aus dem Party-Boy wurde der verantwortungsbewusste Familienvater», sagte der Psychologe, der nach eigenen Angaben Zugriff zu einem Datenpool hat, in dem die Lebenswege von 500 Bostoner Kriminellen festgehalten sind. Die Analyse dieser Wege in den Jahren von 1925 bis 1995 mache deutlich, dass menschliche Entwicklung zwar nur im jeweiligen historischen Kontext verständlich sei, daraus aber doch einige allgemein gültige Aussagen abgeleitet werden könnten, sagte Laub.

Die meisten vormaligen Straftäter hätten sich auch spätestens mit 50 Jahren in den «kriminellen Ruhestand» begeben, da sie dann zu müde geworden seien, wie sie rückblickend ausgesagt hätten. Laub sah darin einen Beweis dafür, dass das Aufwachsen im anrüchigen Milieu nicht zwangsläufig zu lebenslanger Kriminalität führen müsse. Auch das Leben des Erwachsenen sei für die Entwicklung bis ins hohe Alter wichtig, betonte der Psychologe. (dapd)

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