Einbrüche im Baselbiet: Verbrecherjagd hat sich ausbezahlt
Aktualisiert

Einbrüche im BaselbietVerbrecherjagd hat sich ausbezahlt

2362 Einbruchsdiebstähle verzeichnet das Baselbiet im letzten Jahr. Der Aufwärtstrend konnte laut Polizei trotz leichter Zunahme gestoppt werden.

von
Matthias Kempf
Auch dank Masnnahmen, wie hier der Aktion Octopus vom letzten November, konnte die Einbruchswelle gestoppt werden.

Auch dank Masnnahmen, wie hier der Aktion Octopus vom letzten November, konnte die Einbruchswelle gestoppt werden.

«Es hat sich ausbezahlt, Polizeiposten früher zu schliessen, um auf Verbrecherjagd zu gehen», sagte Regierungsrat Isaac Reber am Mittwoch an der Medienkonferenz zur Kriminalstatistik Baselland. Er lobte die Arbeit der Baselbieter Polizei. Nachdem im vorletzten Jahr die Einbruchsdiebstähle um rund 15 Prozent zunahmen, sahen sich die Behörden zum Handeln gezwungen. Im letzten Jahr stiegen die Einbruchszahlen erneut, jedoch lediglich um drei Prozent. Isaac Reber sieht den Grund in der höheren Polizeipräsenz auf der Strasse sowie dem neu eingeführten Analysetool Precobs. Das Programm speichert häufige Tatorte und hilft der Polizei, neuralgische Orte auszuwerten und so Einbrüchen vorzubeugen.

Der Kanton Basel-Landschaft als Grenzkanton sei prädestiniert für Einbrüche, erklärt Martin Grob, Chef der Kriminalpolizei Baselland. 24 Prozent der Tatverdächtigen sind nicht in der Schweiz wohnhafte Ausländer. «Diese Zahl wäre noch viel höher, wenn wir eine höhere Aufklärungsrate hätten», so Grob. Diese liegt für Einbrüche unverändert bei 12 Prozent. Besorgt zeigt sich die Polizei über die steigenden Einschleichdiebstähle. Diese haben im letzten Jahr um fast 30 Prozent zugenommen und erreichten 385 Fälle. «Es gibt anscheinend immer noch Leute, die ihre Fenster offen lassen und ihre Türen nicht abschliessen wollen», sagt Grob.

Massnahmen greifen

Einbrüche sind das Hauptproblem im Baselbiet. 40 Prozent aller Straftaten entfallen auf Einbrüche. Schweizweit entfallen rund 4,5 Prozent aller Einbrüche auf das Baselbiet, der Kanton macht jedoch nur etwa drei Prozent der Schweizer Bevölkerung aus. In der gesamtschweizerischen Belastung durch Einbrüche steht das Baselbiet hinter Genf und der Waadt auf dem dritten Rang. Gefolgt von Neuenburg und Basel-Stadt.

Seit Mai 2014 wurden im Rahmen der Taskforce Einbruchsdiebstahl verschiedene Massnahmen umgesetzt. Die Polizei setzte darauf, ihre Ressourcen lagebedingt einzusetzen. Es gab weniger Verkehrskontrollen und Polizeiposten wurden früher geschlossen, damit die Präsenz an neuralgischen Orten verstärkt werden konnte. Im Rahmen der Aktion Ladro führten die Behörden zwischen September und Dezember 2014 1641 Kontrollen auf Baselbieter Strassen durch. Während dieser Zeit gingen die Einbruchszahlen um 18 Prozent zurück. «Über das ganze Jahr verteilt haben sich die Zahlen stabilisiert», sagt Mark Burkhard, Kommandant der Polizei Basel-Landschaft.

Das Analysetool Precobs, das bis vor kurzem noch in einem Pilotversuch durchgeführt wurde, kommt weiterhin zum Einsatz. Im laufenden Jahr konnte in den Monaten Januar bis März bereits ein Rückgang der Einbruchsdiebstähle von rund 39 Prozent festgestellt werden. Isaac Reber: «Wir sind auf einem guten Weg.»

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