Aktualisiert 28.01.2020 09:54

Coronavirus-VerdachtZürcher Triemlispital gibt Entwarnung

Wie das Triemlispital am Dienstag mitteilte, wurde der Verdacht auf Coronavirus bei zwei Patienten nicht bestätigt.

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daw/nk/qll
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Die 90-jährige Suzanne Hoylaerts verzichtete freiwillig auf ein Beatmungsgerät und starb an Covid-19. (Quelle: Facebook)

Die 90-jährige Suzanne Hoylaerts verzichtete freiwillig auf ein Beatmungsgerät und starb an Covid-19. (Quelle: Facebook)

25. März: Luis Fernando Chuquispuma aus Madrid verlor am 14. März seinen Vater an Covid-19. Der 25-Jährige verbrachte 16 Stunden in der Wohnung mit der Leiche, bevor die Behörden sie abholten.

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25. März 2020: In Wuhan werden bereits Barrieren entfernt, ihre Stadt verlassen dürfen die Bewohner aber noch nicht.

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China Daily Cdic

Nach Infektionen in Frankreich und Deutschland und einem Verdachtsfall in Österreich bestand die Möglichkeit, dass das Virus auch die Schweiz erreicht hat. Im Triemlispital in Zürich befanden sich zwei Personen in Behandlung. Das bestätigte die Direktion des Zürcher Spitals.

In einer Mitteilung hiess es: «Im Stadtspital Triemli werden aktuell zwei Personen abgeklärt, die nach einem Aufenthalt in China Zeichen einer Infektion aufweisen. Weil neben anderen, herkömmlichen Erregern auch das neue Coronavirus als Ursache ihrer Beschwerden möglich wäre, befinden sich die beiden Personen momentan in Quarantäne.»

Am Dienstag dann die Entwarnung: «Beiden Patienten geht es gut. Die Testergebnisse fielen negativ aus», schreibt das Spital in einer Mitteilung. Ob die Patienten sich noch in Quarantäne befinden, will das Triemlispital auf Anfrage nicht beantworten. Die beiden Personen seien aber noch im Spital und werden medizinisch betreut.

«Kein Risiko für andere Patienten»

Wie das Stadtspital Triemli bereits am Sonntag mitteilte, sei man speziell eingerichtet und habe Erfahrung im Umgang mit Patientinnen und Patienten, die Träger eines neuen Krankheitserregers sein könnten.

Weiter schrieb das Spital an 20 Minuten: «Die üblichen und erprobten Sicherheitsmassnahmen kommen auch jetzt zur Anwendung. Es besteht kein Risiko für andere Patientinnen und Patienten oder für Spitalangestellte.»

Herr Stadler*, wie gefährlich wäre es, wenn das Coronavirus im Triemli bestätigt würde?

Nicht wirklich, sogar weniger gefährlich als bei der saisonalen Grippe. Man darf nicht vergessen: Daran sterben in der Schweiz jährlich mehrere hundert Personen. Am Coronavirus sind bisher weltweit 56 Personen gestorben. Wenn es ein wirklich gefährlicher Virus wäre, würden sich die Fallzahlen täglich verdoppeln. Es ist sicher kein netflixmässiger Killer-Virus.

Müssen Bevölkerung und Spitalpersonal also keine Angst haben?

Überhaupt nicht. Wenn man sich normal hygienisch verhält – also in die Ellenbogen hustet, genügend die Hände wäscht und als Pflegepersonal einen Mundschutz trägt – besteht keine grosse Gefahr.

Bräuchte es Einreisekontrollen an den Flughäfen, sollten die Fälle bestätigt werden?

Nein, nicht systematisch. Das Flugpersonal sollte aber auf Passagiere achten, die etwa einen hochroten Kopf haben und stark husten. Diese sollten sie genauer beobachten.

*Beda M. Stadler ist Biologe sowie emeritierter Professor und ehemaliger Direktor des Instituts für Immunologie der Uni Bern.

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