73-Jähriger totgeprügelt: Verdächtiger im Mordfall Chiasso verhaftet

Aktualisiert

73-Jähriger totgeprügeltVerdächtiger im Mordfall Chiasso verhaftet

Ein 73-Jähriger lag am Freitagabend tot in einer Tiefgarage. Kurz darauf rückte einer seiner Mieter in den Fokus der Ermittler. Er flüchtete mit seinem Sohn und wurde nun geschnappt.

von
vro

Das Video der Verhaftung der Familie des Tatverdächtigen.

Ein grausames Verbrechen erschütterte am Wochenende das Tessin. In einer Tiefgarage wurde ein 73-jähriger Schweizer tot in einer Blutlache aufgefunden. Die Ermittler gingen von einem Verbrechen aus.

Die Polizei hat bereits einen Verdächtigen, wie «20 Minuti» schreibt. Es handelt sich um den Italiener Pasquale I.*, der beim Opfer Schulden hat, wie ein Anwohner erzählt. Ein Motiv? Klar ist, dass die Polizei am Montag die Wohnung des Verdächtigen durchsucht hat. Sie liegt nur wenige Meter vom Tatort entfernt, berichtet die Zeitung. Dabei nahmen die Beamten die 38-jährige Frau, den 24-jährigen Sohn und die 17-jährige Tochter des mutmasslichen Mörders fest.

Verdächtiger schuldete Opfer über 10'000 Franken

Offenbar hatte die Familie über ihren Mitteln gelebt, berichtet die Zeitung. Laut dem «Blick» besass der Vater und mutmassliche Täter einen Mercedes und ein Motorboot auf dem Lago Maggiore. Seine Frau soll eine Boutique führen und der verhaftete 24-jährige Sohn fahre Autorennen.

Die Schulden der Familie sollen sich auf 800'000 Franken angehäuft haben, was die Gläubiger allmählich ungeduldig gemacht habe, sagt der Anwohner zu «20 Minuti». Zu diesen Gläubigern habe auch das Opfer Angelo F.* gehört, der die Liegenschaft verwaltete, in dem der mutmassliche Täter lebte. Ihm schuldete die Familie fünf Monatsmieten, also etwa 12'000 bis 13'000 Franken.

Nach Italien geflüchtet

Die Wohnsituation des mutmasslichen Täters hatte sich in jüngster Zeit verschlimmert. So soll diese Woche die Räumung der Wohnung geplant gewesen sein. Gestern sollte eine Anhörung stattfinden. Dazu kam es nicht. F. wurde am Freitag brutal getötet. Laut dem «Blick» lag in der Blutlache ein abgehackter Finger, das Gesicht sei bis zur Unkenntlichkeit entstellt gewesen.

Möglicherweise wollte Pasquale I. seinen Vermieter von der Räumung abhalten. Seit Freitagabend war er mit seinem zweiten, 23-jährigen Sohn verschwunden. Es wurde vermutet, dass sie sich nach Italien abgesetzt haben. Das hat sich jetzt bestätigt. Die beiden sollen in Herculaneum in der Nähe von Neapel in einem Haus gefasst worden sein, berichtet «20 Minuti» in Berufung auf das Portal «Ilmattino.it» weiter. Die beiden waren per internationalem Haftbefehl gesucht worden.

*Namen bekannt

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