Zürich: «Verdeckte Fahndung regeln»
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Zürich«Verdeckte Fahndung regeln»

Ronja Tschümperlin gibt Auskunft über mangelnde Präventionmassnahmen, verdeckte Fahndung und wann diese wirksam wird.

von
ilö

Erneut stand ein Pädophiler vor Gericht, der seine Opfer im Internet kennengelernt hat. Was hat die in den letzten Jahren betriebene Prävention überhaupt gebracht?

Ronja Tschümperlin*: In den letzten Jahren hat es zwar Präventionsaktionen gegeben, aber diese waren nur punktuell. Sie waren nicht nachhaltig und nicht systematisch genug. Für mich ist das nicht befriedigend, es hat Raum für mehr Prävention. Es bedarf mehr Finanzierung und Initiative von offizieller Seite.

Welche Methoden braucht es, um den Tätern im Internet auf die Schliche zu kommen?

Das Problem ist, dass die gesetzliche Grundlage für die verdeckte Fahndung auf Bundesebene abgeschafft wurde. Es ist seit Anfang 2011 an den Kantonen, die verdeckte Fahndung zu regeln. Dies ist aber nicht überall geschehen, so dass in manchen Kantonen wie z. B. in Zürich eine gesetzliche Grundlage fehlt. Es ist wichtig, dass die Kantone die verdeckte Fahndung möglichst bald gesetzlich verankern.

Genügen die eingesetzten Methoden oder braucht es ein aggressiveres Vorgehen?

Wenn die verdeckte Fahndung in den Kantonen gesetzlich verankert und systematisch umgesetzt wird, ist sie ausreichend.

Wie können Eltern ihre Kinder besser schützen?

Die Eltern müssen sich mit dem Thema auseinandersetzen undeinen altersgerechten Dialog mit den Kindern führen. Sie müssen versuchen, die Kinder auf die Gefahren hinzuweisen und ihnen erklären, warum ein Risiko besteht. Eltern sollten aber auf keinen Fall Schuldzuweisungen machen.

Welche Funktion hat die Schule in der Prävention?

Die Schulen sind auch stark in die Verantwortung zu nehmen. Wichtig ist, dass Fächer wie «Jugend-Medienschutz» oder «Förderung der Medienkompetenz» Einzug in die Lehrpläne finden. Eltern und Schule sind stark gefordert, um bei Kindern und Jugendlichen den kompetenten Umgang mit den Medien zu fördern.

*Ronja Tschümperlin ist Juristin bei der Stiftung Kinderschutz Schweiz

(ilö/20 Minuten)

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