Melanom-Gefahr: Verdoppelt Aspirin das Hautkrebs-Risiko?
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Melanom-GefahrVerdoppelt Aspirin das Hautkrebs-Risiko?

Laut US-Forschern erhöht Acetylsalicylsäure das Hautkrebs-Risiko deutlich – allerdings nicht bei allen Menschen gleich stark.

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Bei Männern steigt das Risiko für gefährlichen schwarzen Hautkrebs drastisch, wenn sie täglich Aspirin mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) nehmen.

Bei Männern steigt das Risiko für gefährlichen schwarzen Hautkrebs drastisch, wenn sie täglich Aspirin mit dem Wirkstoff Acetylsalicylsäure (ASS) nehmen.

Wikimedia Commons/Dirk Vorderstrasse/CC BY 2.0
Bei ihnen liegt es beim 1,83-fachen von dem von Männern, die kein Aspirin nehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der Northwestern University in Chicago. (Im Bild: Bösartiges Melanom)

Bei ihnen liegt es beim 1,83-fachen von dem von Männern, die kein Aspirin nehmen. Das ist das Ergebnis einer Studie von Forschern der Northwestern University in Chicago. (Im Bild: Bösartiges Melanom)

Wikimedia Commons/Hans677/CC BY-SA 4.0
Offen ist aber, welche Rolle andere Aspekte spielen. So wurde nicht erhoben, ob die Männer in der Studie möglicherweise von vornherein ein erhöhtes Hautkrebsrisiko hatten.

Offen ist aber, welche Rolle andere Aspekte spielen. So wurde nicht erhoben, ob die Männer in der Studie möglicherweise von vornherein ein erhöhtes Hautkrebsrisiko hatten.

Keystone/Arno Balzarini

Acetylsalicylsäure (ASS), besser als Aspirin bekannt, vertreibt nicht nur Kopfschmerzen. Eine Mini-Dosis pro Tag soll vor Herzinfarkt, Schlaganfall und vielleicht sogar vor Krebs schützen (siehe Bildstrecke). Vor allem in den USA nehmen darum viele Menschen regelmässig Aspirin.

Doch nun haben Forscher um Beatrice Nardoneder von der Northwestern University (US-Bundesstaat Illinois) eine bislang unbekannte ASS-Nebenwirkung entdeckt. «Männer, die täglich Aspirin nehmen, haben ein fast doppelt so hohes Melanom-Risiko wie Männer, die es nicht einnehmen», teilt die Hochschule mit. Auf Frauen treffe das nicht zu.

Konsumenten vs. Abstinenzler

Für die im «Journal of the American Academy of Dermatology» publizierte Studie werteten die Forscher die Daten von fast 200'000 Menschen zwischen 18 und 89 Jahren aus.

Von diesen hatten 1187 Personen zwischen Januar 2005 und Dezember 2006 täglich ASS genommen. Der Rest hatte im gleichen Zeitraum kein Aspirin genommen. Keiner der Teilnehmer litt zu Studienbeginn an schwarzem Hautkrebs.

Deutliches Ergebnis

Fünf Jahre später werteten die Forscher die Gesundheitsdaten erneut aus. Ergebnis: Von den 1187 Aspirin-Nutzern hatten 26 (2,19 Prozent) zwischenzeitlich eine Melanonom-Diagnose erhalten. Bei den Nichtnutzern waren es dagegen nur 1676 (0,86 Prozent).

Als die Forscher die unterschiedlichen Altersstrukturen mit einbezogen und die Diagnose nach den Geschlechtern sortierten, lag das Hautkrebs-Risiko für Männer in der Aspirin-Gruppe beim 1,83-Fachen von dem der Vergleichsgruppe. Bei den Frauen war der Effekt nicht zu beobachten.

Keine Panik, oder?

Wer regelmässig zu ASS greift, braucht nun nicht in Panik zu verfallen. «Das bedeutet nicht, dass Männer die Aspirin-Therapie abbrechen sollten, um ihr Hautkrebsrisiko zu senken», sagt Nardoneder. Vielmehr sollten Patienten, die täglich Aspirin einnehmen, ihre Haut besonders gut beobachten.

Vorstellbar sei nämlich auch, dass die Männer, die es täglich schlucken, einfach häufiger zum Arzt gehen und so eher eine Melanom-Diagnose erhalten, so die Forscher. Vielleicht waren unter den Männern, die ASS nahmen, aber auch besonders viele mit erhöhtem Hautkrebsrisiko. Ob das eine Rolle spielt, sollen weitere Untersuchungen zeigen.

Die Gründe für das erhöhte Hautkrebsrisiko bei Männern sind unklar. Die Forscher vermuten, es könnte daran liegen, dass Männer weniger von einem bestimmten hautschützenden Enzym bilden als Frauen, so die Hochschule.

Welche anderen Wirkungen und Nebenwirkungen der Acetylsalicylsäure nachgesagt werden, erfahren Sie in der obigen Bildstrecke.

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