Maskenpflicht für Zürcher Erstklässler – Verein reicht Klage ein
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ZürichVerein droht mit Klage, weil 1.-Klässler in gewissen Fällen Maske tragen sollen

In Zürich gilt unter bestimmten Umständen eine Maskenpflicht für Erstklässler. Eltern, die sich dagegen wehren wollen, werden neu vom Lehrernetzwerk Schweiz unterstützt.

von
Lynn Sachs
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Unter bestimmten Umständen kann in Zürich bereits für Erstklässler eine Maskenpflicht gelten. (Symbolbild)

Unter bestimmten Umständen kann in Zürich bereits für Erstklässler eine Maskenpflicht gelten. (Symbolbild)

Christoph Soeder/dpa
Ein Verein reicht nun Klage dagegen ein. 

Ein Verein reicht nun Klage dagegen ein.

Matthias Balk/dpa
Rechtsanwalt Daniel Kettiger räumt den Klagen keine grossen Chancen ein.

Rechtsanwalt Daniel Kettiger räumt den Klagen keine grossen Chancen ein.

Sebastian Gollnow/dpa

Darum gehts

  • Für Zürcher Schülerinnen und Schüler, die nicht an den Reihentests teilnehmen, fällt neu die Möglichkeit, sich von der Maskenpflicht oder einer angeordneten Quarantäne zu befreien, weg.

  • So könnte bei positiven Corona-Fällen bereits ab der ersten Klasse eine Maskenpflicht gelten.

  • Ein Verein reicht nun dagegen Klage ein.

Bei einem Infektionsgeschehen kann an Zürcher Primarschulen eine siebentägige Maskenpflicht gelten. Davon betroffen wären bereits Erstklässlerinnen und Erstklässler. Der Aargauer Lehrer Jérôme Schwyzer will mit seinem Verein «Lehrernetzwerk Schweiz» betroffene Eltern und Kinder bei Beschwerden gegen die Masken- und Quarantänepflicht an Schulen finanziell unterstützen. «Der Kanton Zürich geht zu weit», sagt Schwyzer.

In der Zwischenzeit hätten sich bereits über hundert Eltern gemeldet. Schwyzer will nun bis Ende Woche eine Klage beim Zürcher Verwaltungsgericht einreichen. «Wir wollen den Eltern mit dieser Beschwerde eine Stimme geben und die nicht verhältnismässige Verordnung anfechten.»

«Verwaltungsgericht wird sich für die Maske entscheiden»

Laut Schwyzer widerspreche die Zürcher Regelung der Weisung des Bundes. «Diese besagt, dass Kinder unter zwölf Jahren grundsätzlich von der Maskenpflicht ausgenommen sind. Wieso verschärft der Kanton dann diese Regelung?» Solche Massnahmen seien verantwortungslos. Auch im Kanton Aargau wird der Verein noch diese Woche eine Klage beim Verwaltungsgericht einreichen. Die Beschwerde richtet sich laut Schwyzer gegen die Maskenpflicht in der fünften und sechsten Klasse.

Rechtsanwalt Daniel Kettiger räumt den Klagen keine grossen Chancen ein. «Das Zürcher Verwaltungsgericht hat sich bereits in mehreren Urteilen für die Maske entschieden. Das wird hier wahrscheinlich nicht anders sein.» Er sieht in der Regelung des Kantons Zürich keine rechtlichen Probleme. Wie er erklärt, ist das Schulwesen eine kantonale Angelegenheit. Der Bund halte sich hier grösstenteils raus. «Dass die Maske nützt, ist wissenschaftlich erwiesen und auf diese Studien wird sich auch das Zürcher Verwaltungsgericht beziehen», so Kettiger.

«Massnahmen dienen zur Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichtes»

In einer Zürcher Gemeinde verschickte die Schulpflege kürzlich einen Brief an die Eltern. Darin heisst es unter anderem, dass Schülerinnen und Schülern, die nicht am repetitiven Testen teilnehmen, eine Einzeltestung nicht mehr angeboten werden dürfe. «Tritt in der Klasse Ihres Kindes ein positiver Fall auf, gilt nun für alle Schülerinnen und Schüler, die nicht geimpft oder genesen sind oder nicht an den Reihentests teilgenommen haben, eine siebentägige Maskenpflicht.» Kindergartenkinder seien davon ausgenommen.

Auf Twitter regt sich ein Vater auf: «Langsam aber sicher reicht’s. Soeben erreichte uns dieser Brief aus dem @KantonZuerich. Gesunde Kinder müssen also unter gewissen Umständen schon ab der 1. Klasse Maske tragen. Gaht’s no? Wir werden Widerstand leisten.»

Wie es beim Volksschulamt auf Anfrage heisst, handelt es sich dabei um Massnahmen, die das Contact Tracing aufgrund eines konkreten Infektionsgeschehens trifft. So sei beispielsweise eine siebentägige Maskenpflicht die mildere Massnahme als eine Quarantäneanordnung. «Sämtliche in den Schutzkonzepten der Schulen vorgesehenen Massnahmen dienen zur Aufrechterhaltung des Präsenzunterrichtes und des Schulbetriebes allgemein», erklärte Amtschefin Myriam Ziegler.

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