St. Gallen: Verein will Töggelen vor dem Aussterben retten
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St. GallenVerein will Töggelen vor dem Aussterben retten

Am Sonntag startete der Verein FunFoosballTeam mit einem Tischfussball-Turnier in die neue Saison. Ihr Ziel: Den Sport wieder bekannter machen.

von
mlü
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Am Sonntag fand im O-Five Pub in St.Gallen das erste Tischfussball-Turnier der Saison statt.

Am Sonntag fand im O-Five Pub in St.Gallen das erste Tischfussball-Turnier der Saison statt.

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Die Spieler bringen ihre Anti-Schweissbänder für einen besseren Halt an die Griffe.

Die Spieler bringen ihre Anti-Schweissbänder für einen besseren Halt an die Griffe.

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Für jedes Tor wird alles gegeben.

Für jedes Tor wird alles gegeben.

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Töggelen, auch Tischfussball genannt, soll wieder florieren. Florian Wahl, seines Zeichens einer der Besten in der Schweiz, setzt sich dafür ein. Am Sonntag nahm er beim ersten Turnier im Rahmen des FunFoosballTeam-Cups im St. Galler O Five Pub teil, wo noch währschafte Töggeli-Kästen herumstehen. «Doch leider hat es immer weniger Töggeli-Kasten in den Lokalen. Hinzu kommt, dass die meisten Jugendlichen heute eher in Clubs gehen und nicht in Pubs, wo es noch am ehesten Tische zum Spielen gibt», so der 16-Jährige.

Dem stimmt auch Michael Sätteli zu, der schon seit seiner Kindheit Tischfussball spielt. Er sieht auch die Elektronik als Konkurrenz zum Tischfussball. «Vor ein paar Jahren hatten man Handy und Computer nicht ständig im Ausgang dabei. Da war der Töggeli-Kasten der ideale Zeitvertreib», so Sätteli.

Töggelen braucht Disziplin

Mike Schrepfer, Präsident des Verein FunFoosballteam, hat ein grosses Ziel: «Mit unserem Verein wollen wir das Töggelen wieder zurück in die Lokale bringen.» Neue Mitglieder seien im Verein jederzeit willkommen. «Wir sind wie eine grosse Familie und der Spass steht bei uns im Vordergrund.»

Einen guten Töggeler macht laut Weltspitzen-Töggeler Wahl vor allem eines aus: Disziplin. «Töggelen lernen kann jeder, aber bis man richtig gut ist, braucht es Zeit und Durchhaltewille.» Entscheidend sei auch der Tisch, an dem gespielt wird. «Die Tische unterscheiden sich in Bauart, im Guss der Figuren und in der Dicke der Stangen, an denen die Spieler befestigt wird. Das alles hat einen Einfluss aufs Spielen.» Falls ein Griff zu feucht ist, wird eine Bandage um den Griff gerollt, damit man nicht ausrutschen kann.

Regeln variieren nach Lokal

Die Regeln des Tischfussballs variieren laut Spieler Kendy Kuhn von Lokal zu Lokal: «In machen Pubs beginnt das Spiel immer beim Verteidiger. In anderen wird nach einem Tor in der Mitte angespielt.» Fluchen, oder mit dem Fuss auf den Boden stampfen sei aber in professionellen Turnieren ein No-Go.

Das Turnier am Sonntag war der das erste der neuen Saison. Das nächste findet am 4. Oktober im Lutzifer-Pub in Arbon statt. Saisonende ist im April.

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