Genf: Verfahren gegen Gaddafis Sohn Hannibal eingestellt
Aktualisiert

GenfVerfahren gegen Gaddafis Sohn Hannibal eingestellt

Die Genfer Staatsanwaltschaft stellt das Strafverfahren gegen Hannibal Gaddafi und dessen Ehefrau ein. Dies gab Generalstaatsanwalt Daniel Zappelli am Mittwoch bekannt.

Der Beschluss war erwartet worden, nachdem die beiden Angestellten des Ehepaars ihre Strafanzeige wegen Misshandlungen zurückgezogen hatten. «Sehr zufrieden» über den Entscheid des Staatsanwalts zeigte sich einer der Anwälte des Ehepaars Gaddafi, Alain Berger. Nach dem Rückzug der Klage sei die Einstellung des Verfahrens «unumgänglich» geworden, sagte Berger der Nachrichtenagentur SDA.

Ob damit die diplomatische Krise zwischen Libyen und der Schweiz beigelegt werden kann, darüber wollte sich Berger nicht äussern. Das sei eine politische Frage, die er nicht beeinflussen könne.

Der Sohn und die Schwiegertochter des libyschen Staatschefs Muammar Gaddafi waren am vergangenen 15. Juli auf Grund der Anzeige wegen einfacher Körperverletzung, Drohung und Nötigung in Genf vorübergehend verhaftet worden.

Der Fall löste Rachemassnahmen Libyens und eine Krise in den diplomatischen Beziehungen zwischen Bern und Tripolis aus. Während das Ehepaar Gaddafi gegen Zahlung einer Kaution von einer halben Million Franken aus der Haft entlassen wurde, liess Libyen zwei vorübergehend verhaftete Schweizer Geschäftsleute bisher nicht aus dem Land ausreisen.

Die Einstellung des Strafverfahrens war von libyscher Seite neben einer Schweizer Entschuldigung als Bedingung für die Lösung der Krise genannt worden. Die beiden Klagenden, eine Tunesierin und ein Marokkaner, haben inzwischen eine Jahresaufenthaltsbewilligung in der Schweiz und eine Entschädigung erhalten. Wer diese zahlte und wie hoch sie ist, ist bisher nicht bekannt.

(AP/SDA)

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