Aktualisiert 10.06.2009 19:45

«Drag Me to Hell»Verflucht, verdammt und halleluja

«Scream»-Terror pur: Endlich findet der «Spider-Man»-Regisseur Sam Raimi wieder zu seinen «Evil Dead»-Anfangsjahren zurück.

Gute Scary-Movies bieten nicht nur ein Höchstmass an Spannung, sondern auch ebenso viel Entspannung. Das ständige Wechselbad der Gefühle macht auch den Reiz dieses Horrorthrillers aus. Sam Raimi hat sich dafür eigens mit seinen «Evil Dead»-Kumpanen (u.  a. Kameramann Peter Deming sowie dem Spezialeffektkünstler Greg Nicotero) zusammengetan, um diese Teenie-Schauermär zu inszenieren: Christine Brown (Alison Lohman) führt ein glückliches Leben mit ihrem Freund Clay Dalton (Justin Long) in Los Angeles. Als Kreditsachbearbeiterin entscheidet sie über die Kreditwürdigkeit ihrer Kunden und kann vielleicht sogar ihrem hinterlistigen Kollegen eine Beförderung wegschnappen, wenn sie etwas skrupelloser mit Risikokandidaten umgeht. Bei einer geheimnisvollen Zigeunerin, die sie um Hilfe anfleht, bietet sich ihr genau diese Chance: Christine hätte ihr ein Darlehen bewilligen können, entschliesst sich aber mit schlechtem Gewissen für eine Ablehnung, um bei ihrem Chef (David Paymer) zu punkten. Eine Entscheidung, die nicht folgenlos bleibt. Christines Leben wird zur Hölle auf Erden, denn die jetzt obdachlose Zigeunerin Miss Ganush (Lorna Raver) belegt sie mit einem mächtigen Fluch.

Nicht nur die Schock­sequenzen verfilmte der Genre-Profi Sam Raimi mit sicherer Hand. Seine Spielfreude mit der Erwartungshaltung des Zuschauers ist förmlich zu spüren. Die Gefahren lauern überall. Und so ists denn auch ein Heidenspass, die Hauptfigur bei dieser Grusel-Odyssee zu begleiten. Gerade in Zeiten, in denen Mainstream-Horrorstreifen meist bitterernst daherkommen, bietet «Drag Me to Hell» eine willkommene Abwechslung. An der gradlinigen, stellenweise herrlich direkten Art des Erzählens, aber auch am B-Movie-Touch der Story könnte sich so mancher Nachwuchs-Horrorfilmer ein Beispiel nehmen. Schade, dass solch irrwitzige Höhenflüge des nackten Grauens nicht öfter den Weg ins Kino finden.

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