Aktualisiert

Verfrühtes Frühlingswetter: Grosse Gefahr für die Blüten

Nun ist es
wissenschaftlich belegt:
Die Pflanzen treiben im
Frühling immer früher
aus. Das bringt die
Abläufe in Ökosystemen
durcheinander und
gefährdet ganze Arten.

von
Gaudenz Looser

Heute ist Frühlingsanfang. Doch viele Pflanzen halten sich nicht mehr an den Kalender und blühen deutlich früher als zuvor. Das zeigen Messungen eines europäischen Forschungsnetzwerks, an dem auch die Schweiz beteiligt ist. Demnach haben sich Blüte und Blattentfaltung europäischer Pflanzen seit 1971 um durchschnittlich eine Woche verfrüht.

Besonders ausgeprägt ist die Entwicklung in Alpenländern wie der Schweiz, in denen die Temperaturen überdurchschnittlich stark ansteigen. So treibt die Lärche ihre Nadeln durchschnittlich 33 Tage früher aus als im Jahr 1958. Und die Kirschbäume blühen rund 20 Tage früher als im Jahr 1894.

Für Kurt Eichenberger, Projektleiter für Biodiversität beim WWF Schweiz, ist diese Entwicklung beunruhigend: «Frühe Blüten sind einem grösseren Risiko von Spätfrost ausgesetzt.» Zudem sei nicht klar, ob die Bestäuber der Blüten ebenfalls früher aus der Winterruhe erwachten, und wie gut sie – einmal aktiv – starke Fröste verkrafteten.

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