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Amanda Knox vor GerichtVergeht ihr jetzt das Lachen?

Als im abgedunkelten, ruhigen Gerichtssaal in Perugia ein Video mit blutigen Bildern des Tatorts gezeigt wurde, geschah es: Die dauerlächelnde Mordverdächtige Amanda Knox verlor erstmals ihre Fassung.

Ein Forensiker stand vor der Jury und erklärte die schockierenden Szenen während der Videoausstrahlung. Die Geschworenen, Anwälte und Journalisten schauten aufmerksam auf die Leinwand, der angeklagte Raffaele Sollecito hörte auch - Kaugummi kauend - gespannt zu.

Anders war allerdings die Reaktion der Angeklagten Amanda Knox auf die blutigen Bilder: Die 21-Jährige deckte sich jedes Mal, wenn die Kamera Aufnahmen der toten Meredith Kercher zeigte, die Augen zu. «Die Bilder bringen jeden durcheinander», entschuldigte Vater Curt Knox das Verhalten seiner Tochter.

«Es wurde nicht geschlampt»

Das Video war nur ein Teil der Fortsetzung des Prozesses am Donnerstag: Vier forensische Experten sollten noch ihre Erkenntnisse am Tatort beschreiben. Auch Alberto Intini, Chef der forensischen Abteilung, sagte aus – und wies alle Vorwürfe der Verteidigung zurück, dass die italienische Polizei geschlampt hätte.

Die Verteidigung hatte zusammen mit einem Experten-Team die DNA-Proben der Anklage angefochten: Man habe am Tatort Beweise zerstört und Spuren nicht ordentlich gesichert. Intini konnte die Vorwürfe widerlegen: «Ein Forensiker ist keine Fliege, die im Raum herumfliegt und nichts berührt, aber ich kann versichern, dass alle nötigen Vorsichtsmassnahmen getroffen wurden, um eine niedrige Kontaminierungsquote zu haben.» Dass es auch so war, lässt sich klar beweisen, so Intini weiter: «In keiner der Proben wurden Spuren unserer Mitarbeiter gefunden.»

Staatsanwältin Manuela Comodi wollte ausserdem von Intini wissen, wieso dann DNA-Spuren von Raffaele Sollecito auf dem BH des Opfers gefunden wurden, wenn es sonst im ganzen Haus keine gab. Intini antwortete kurz und bündig: «DNA fliegt nicht einfach herum und bleibt an Kleidungsstücken kleben.»

Nach den Anhörungen beschrieb Amanda Knox' Vater den Tag als «wieder so ein Nichts-Tag»: «Es gibt nichts, das Amanda mit diesem Mord verbindet.» Die 21-Jährige wartet «ungeduldig auf den Tag, an dem sie in den Zeugenstand treten kann», behauptet er.

(kle)

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