Aktualisiert

Vergeltung für Saddam

Nach der Hinrichtung des früheren irakischen Präsidenten Saddam Hussein hat dessen offiziell aufgelöste Baath- Partei die Iraker zum Kampf gegen die Besatzer aus den USA und dem Iran aufgerufen.

«Heute haben die neuen Safawiden die Befehle des verbrecherischen Kreuzfahrers George W. Bush ausgeführt, indem sie Präsident Saddam Hussein hingerichtet haben (...). Das ist euer Tag. Schlagt den gemeinsamen Feind im Irak gnadenlos: Amerika und den Iran», hiess es in einer am Samstag im Internet veröffentlichten Erklärung der Baath-Partei.

Zugleich wird in dem Appell vor einem Bürgerkrieg im Irak gewarnt. Der «Dschihad» dürfe nicht in einen Bruderkrieg ausarten, sondern müsse sich gegen die Besatzer des Landes richten.

Die Baath-Partei hatte bereits Anfang der Woche für den Fall der Hinrichtung Saddam Husseins Vergeltungsanschläge auf US- Einrichtungen «in aller Welt» angekündigt.

Mit dem Bezug auf die Safawiden richtet sich der Kampfaufruf zugleich indirekt auch gegen die schiitische Bevölkerungsmehrheit im Irak. Die Dynastie der Safawiden herrschte von 1501 bis 1722 im Gebiet Persiens und des heutigen Irak. Unter ihr wurde der schiitische Islam zur Staatsreligion erhoben. Saddam Hussein gehörte den Sunniten an.

(sda)

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