Aktualisiert 15.10.2019 05:08

Schuldig gesprochenVergewaltiger (21) muss 44 Monate hinter Gitter

Ein 21-Jähriger aus dem Berner Oberland hat seine damalige Freundin gegen ihren Willen zum Geschlechtsverkehr gezwungen. Jetzt muss er ins Gefängnis.

von
km
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Nach einem Streit wegen angeblicher Untreue im Herbst 2016 forderte J. M.* seine damalige Freundin telefonisch auf, aus dem Restaurant zu kommen, wo sie gerade dinierte. Als sie sich weigerte, fuhr M. ohne Licht und mit einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde auf die Gruppe zu. Dabei verletzte er einen älteren Mann schwer.

Nach einem Streit wegen angeblicher Untreue im Herbst 2016 forderte J. M.* seine damalige Freundin telefonisch auf, aus dem Restaurant zu kommen, wo sie gerade dinierte. Als sie sich weigerte, fuhr M. ohne Licht und mit einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde auf die Gruppe zu. Dabei verletzte er einen älteren Mann schwer.

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Einen Monat später zerstörte M. nach einem erneuten Streit das Handy der Freundin. Nachdem die damals 22-Jährige das Zimmer verlassen wollte, schlug, trat und biss M. sie mehrmals. Anschliessend band er ihr die Hände zusammen, hielt ihr den Mund zu und vergewaltigte sie.

Einen Monat später zerstörte M. nach einem erneuten Streit das Handy der Freundin. Nachdem die damals 22-Jährige das Zimmer verlassen wollte, schlug, trat und biss M. sie mehrmals. Anschliessend band er ihr die Hände zusammen, hielt ihr den Mund zu und vergewaltigte sie.

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Diese und weitere Taten wurden am vergangenen Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Regionalgericht Oberland in Thun verhandelt. Der Beschuldigte bekannte sich von Beginn an in fast allen Anklagepunkten für schuldig. Die Vergewaltigung allerdings stritt er ab.

Diese und weitere Taten wurden am vergangenen Donnerstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor dem Regionalgericht Oberland in Thun verhandelt. Der Beschuldigte bekannte sich von Beginn an in fast allen Anklagepunkten für schuldig. Die Vergewaltigung allerdings stritt er ab.

Keystone/Marcel Bieri

Nach einem Streit wegen angeblicher Untreue im Herbst 2016 forderte J. M.* seine damalige Freundin telefonisch auf, aus dem Restaurant zu kommen, wo sie gerade dinierte. Als sie sich weigerte, drohte ihr der heute 21-Jährige, er werde mit seinem Auto in die Menschenmenge vor dem Restaurant fahren, um ihr zu zeigen, dass sie ihn nicht ignorieren dürfe. Als die junge Frau der Forderung nicht nachkam, fuhr M. ohne Licht und mit 25 Stundenkilometern auf die Gruppe zu. Mit dem Auto erwischte er zwei Personen, eine wurde schwer am Knie verletzt.

Einen Monat später zerstörte M. nach einem erneuten Streit das Handy der Freundin. Nachdem die damals 22-Jährige das Zimmer verlassen wollte, schlug, trat und biss M. sie mehrmals. Anschliessend forderte er sie auf, ihn oral zu befriedigen. Als sie sich weigerte, band er ihr die Hände zusammen, hielt ihr den Mund zu und vergewaltigte sie.

M. musste sich nun für seine Taten vor den Richtern verantworten. «Das Gericht geht gemäss den Aussagen des Beschuldigten davon aus, dass er das Gefühl hatte, dass mit dem Geschlechtsverkehr alles besser sein würde», sagt Gerichtspräsidentin Eveline Salzmann. Zudem missachtete M. mehrmals das Hausverbot, das ihm nach seinen Taten auferlegt worden war.

«Er hat geweint und ehrlich Reue gezeigt»

Der Beschuldigte bekannte sich von Beginn an in fast allen Anklagepunkten für schuldig, wobei er angab, er habe die Leute vor dem Restaurant nicht schwer verletzen wollen. Beim Vorwurf der Vergewaltigung gab er am Donnerstag vor Gericht an, keine Gegenwehr bemerkt zu haben. Laut Salzmann zeigte er Reue für seine Taten. «So weinte er in seiner Einvernahme in der Voruntersuchung, als er hörte, dass er den älteren Mann schwer verletzt hat», so die Gerichtspräsidentin.

Die Frau wirkte bei der Verhandlung eingeschüchtert, ängstlich und war oft den Tränen nah, wie die «Berner Zeitung» berichtete. Sie leidet offenbar heute noch an den Folgen der Geschehnisse. Gemäss den Akten ist davon auszugehen, dass die Beziehung der beiden unter der gegenseitigen Eifersucht litt.

44 Monate hinter Gitter

Am Montagmorgen nun wurde das Urteil eröffnet. M. wurde wegen Vergewaltigung, Hausfriedensbruchs, Sachbeschädigung, grober Verkehrsregelverletzung sowie schwerer Körperverletzung schuldig gesprochen. Er muss für drei Jahre und acht Monate ins Gefängnis und wegen seiner Persönlichkeitsentwicklungsstörung vollzugsbegleitend an einer ambulante Therapie teilnehmen. Zudem muss er seiner Ex-Freundin eine Genugtuung von 10'000 Franken zahlen.

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