Aktualisiert

Vergewaltiger einer Prostituierten wird vorläufig nicht verwahrt

Das Bundesgericht hat die vom Waadtländer Kantonsgericht verfügte Verwahrung für einen Mann, der eine Prostituierte brutal verprügelt und vergewaltigt hatte, vorläufig annuliert.

Die Richter erachteten ein Gutachten als lückenhaft.

Laut Bundesgerichtsentscheid hätte der Experte in seinem Gutachten genauere Angaben machen sollen. Dies betrifft vor allem die Angaben zur Notwendigkeit der Verwahrung des Täters. Das Gutachten habe die strafrechtlichen Normen nicht erfüllt.

Der Waadtländer Kassationshof muss sich nun noch einmal mit dem Fall befassen. Vorher muss das Gutachten ergänzt werden. Der Fachmann muss sich vor allem über die Art der Massnahme, die er vorschlägt, äussern. Zudem muss er mögliche andere Massnahmen aufzeigen.

10 Jahre Zuchthaus und Verwahrung

Das Waadtländer Kantonsgericht bestätigte Ende September 2003 die vom Lausanner Strafgericht verhängte 10-jährige Zuchthausstrafe für einen Mann, der im Herbst 2000 eine Prostituierte brutal verprügelt und vergewaltigt hatte. Zudem verfügten die Richter eine Verwahrung.

Das Gericht wies damit die Berufung des 24-Jährigen gegen das erstinstanzliche Urteil ab, welches er als zu hart empfand. Im Gegenzug folgte das Gericht dem Antrag des Staatsanwaltes auf eine Verwahrung nach Verbüssung der Zuchthausstrafe an Stelle der vom Strafgericht verordneten ambulanten psychiatrischen Therapie.

Das Kantonsgericht verwies auf die extreme Schwere der am 27. Oktober 2000 begangenen Gewalttat. Das Opfer ist deswegen heute an Armen und Beinen gelähmt. Die Frau, wegen ihrer bescheidenen Grösse «Plume» (Feder) genannt, war drogensüchtig und verdiente sich das Geld auf dem Strich.

Das brutale Verbrechen geschah in einer Lausanner Lagerhalle. Der junge Mann schlug die damals 27-jährige Frau und vergewaltigte sie, weil sie ihn «sexuell nicht befriedigen konnte», wie er nach seiner Festnahme sagte. Diese erfolgte mehrere Monate nach der Tat aufgrund einer DNA-Analyse.

(sda)

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