Männer in St. Gallen wegen sexuellen Handlungen mit Kind verurteilt
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Kreisgericht St. GallenVergewaltiger muss ins Gefängnis und danach Schweiz verlassen

Ein heute 21-jähriger Nordmazedonier wurde am Mittwochnachmittag vom Kreisgericht St. Gallen zu einer Freiheitsstrafe und einem Landesverweis verurteilt. Seine beiden Kollegen kommen wegen sexuellen Handlungen mit einem Kind milder davon.

von
Leo Butie
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Drei Männer aus Nordmazedonien und dem Kosovo standen am Montag vor Gericht.

Drei Männer aus Nordmazedonien und dem Kosovo standen am Montag vor Gericht.

20Min/leo
Nun ist das Urteil bekannt.

Nun ist das Urteil bekannt.

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Am härtesten trifft es einen 21-jährigen Nordmazedonier. Er muss acht Monate ins Gefängnis und wird danach sieben Jahre des Landes verwiesen. 

Am härtesten trifft es einen 21-jährigen Nordmazedonier. Er muss acht Monate ins Gefängnis und wird danach sieben Jahre des Landes verwiesen.

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Darum gehts

  • Drei Männer standen am Montag in St. Gallen vor Gericht.

  • Sie mussten sich wegen verschiedener Delikte, unter anderem sexuellen Handlungen mit einem Kind, verantworten.

  • Nun wurden die Urteile gesprochen.

  • Der Hauptbeschuldigte muss die Schweiz verlassen. Das Gericht verurteilte ihn unter anderem wegen Vergewaltigung.

Drei Männer, zwei Nordmazedonier und ein Kosovare mit Schweizer Wohnsitz, standen am Montag vor Gericht. Ihnen wurden diverse Delikte vorgeworfen. Hauptpunkt waren sexuelle Handlungen mit einem Kind. Im Oktober 2019 soll es in einem gemieteten Raum in der Stadt St. Gallen mit dem damalig 15-jährigen Opfer zum Gruppensex gekommen sein.

Der ehemalige Freund des Opfers soll sie an zwei verschiedenen Treffen gegen ihren Willen zum Sex gezwungen haben. Dafür wurde er am Mittwochnachmittag wegen Vergewaltigung, sexuellen Handlungen mit einem Kind und weiteren Delikten für schuldig befunden. Der 21-jährige Nordmazedonier wurde zu einer Freiheitsstrafe von 36 Monaten verurteilt, wovon er acht Monate absitzen muss. Danach muss er die Schweiz für mindestens sieben Jahre verlassen. Ausserdem wurde er zu einer bedingten Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu 110 Franken (Total 16’500 Franken) verurteilt.

Die anderen beiden Beschuldigten wurden wegen sexueller Handlungen mit einem Kind zu bedingten Freiheitsstrafen von sechs Monaten verurteilt. Bei den zwei Nebentätern verzichtet das Gericht auf einen Landesverweis. Beide werden jedoch, wie auch der Haupttäter, mit einem Tätigkeitsverbot für Aktivitäten mit Kindern belegt. Den 22-jährigen Kosovaren, der zudem wegen Besitz von illegaler Pornografie verurteilt wurde, verurteilte das Gericht zusätzlich zu einer bedingten Geldstrafe von 120 Tagessätzten zu 30 Franken (3600 Franken).

Auf die Einvernahmen gestützt

Im Zentrum der Erwägungen stand die Würdigung der Aussagen des Opfers. «Es ist auch für ältere Personen nicht einfach, über intime Geschehnisse zu sprechen», sagt der Gerichtspräsident in der Urteilsbegründung. Bei der ersten Einvernahme war das Opfer nicht mal 16-jährig. «Es sind keine übermässigen Belastungen feststellbar. Das Opfer belastet sich auch selber», so der Richter. Insgesamt würden die Aussagen des Opfers glaubhaft erscheinen.

Im Gegensatz dazu konnten die Aussagen der Beschuldigten in der Einvernahme das Gericht nicht überzeugen. Insbesondere die Behauptung des ehemaligen Freundes, dass er vom Alter nichts wusste, könne nicht stimmen. «In ihrem Fall ist das sonnenklar», sagt der Richter. Im Instagram-Chatverlauf erwähnt das Opfer, erst 15 gewesen zu sein. Zum Vorwurf der Vergewaltigung kam man ebenfalls zum Schluss, dass die Aussagen des Opfers glaubwürdiger erschienen als die des Ex-Freundes.

Härtefälle stehen im Raum

Da bei zwei der drei Männer Härtefälle bezüglich des Landesverweises im Raum stehen, habe man darauf verzichtet. «Sie schrammen haarscharf an einem Landesverweis vorbei», sagte der Richter zum Kosovaren. Auf ein Tätigkeitsverbot mit Kindern wird nur in ganz leichten Fällen verzichtet. Das sei hier nicht gegeben. «Eine Ausnahmebestimmung kommt nicht infrage», so der Richter.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Anwältin des verurteilten Vergewaltigers teilt mit, dass das Urteil weitergezogen wird.

Bist du minderjährig und von sexualisierter Gewalt betroffen? Oder kennst du ein Kind, das sexualisierte Gewalt erlebt?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Kokon, Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene

Castagna, Beratungsstelle bei sexueller Gewalt im Kindes- und Jugendalter

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Bist du selbst pädophil und möchtest nicht straffällig werden? Hilfe erhältst du bei Forio und bei den UPK Basel.

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