Aktualisiert 06.08.2015 14:50

Emmen LU

Vergewaltiger von Emmen ist Raucher

Die Frau, die vergewaltigt wurde, liegt querschnittgelähmt im Paraplegiker-Zentrum. Obwohl viele Fragen die Öffentlichkeit bewegen, gibt es erst wenige Hinweise auf den Täter.

von
dag/vro
1 / 9
Auf diesem Weg wurde am 21. Juli 2015 eine Frau (26) vom Velo gerissen und vergewaltigt.

Auf diesem Weg wurde am 21. Juli 2015 eine Frau (26) vom Velo gerissen und vergewaltigt.

20 Minuten/gwa
Vor der Brücke wurde das Opfer schwer verletzt.

Vor der Brücke wurde das Opfer schwer verletzt.

20 Minuten/gwa
Das Opfer bleibt nach der Tat querschnittsgelähmt.

Das Opfer bleibt nach der Tat querschnittsgelähmt.

20 Minuten/gwa

Wegen der schlimmen Verletzungen, die die 26-jährige Frau bei der Vergewaltigung letzte Woche erlitt, ist das Opfer nun in Nottwil in Behandlung. Das Schweizer Paraplegiker-Zentrum bestätigt dies in einer Mitteilung vom Donnerstag.

Die Tatsache, dass die Ärzte aufgrund der schweren Rückenmarkverletzungen von einer Querschnittlähmung des Rumpfs sowie der Arme und Beine – also von Tetraplegie – ausgehen, lässt die Meinungen in der Öffentlichkeit kochen.

«DNA-Tests bei allen Emmern»

Der Fall hat längst die Politik erreicht. Pirmin Jung, Präsident der CVP Kanton Luzern, sagt: «In Gedanken sind wir bei der Frau, die nun mit einer Behinderung leben muss.» Aber auch auf nationaler Ebene ist das Entsetzen gross. CVP-Ständerätin Brigitte Häberli-Koller (TG): «Jetzt muss die Polizei alles daran setzen, den Täter zu finden. Wenn man davon ausgehen kann, dass der Täter aus Emmen stammt, unterstütze ich die Massnahme, einen Massen-DNA-Test bei allen Männern in der Umgebung von Emmen durchzuführen.»

Für die Zürcher SVP-Nationalrätin Natalie Rickli steht ein rascher Fahndungserfolg an oberster Stelle: «Ob Schweizer oder Ausländer: Der Staat muss dafür schauen, dass dieser Täter kein zweites solches Delikt begehen kann», schreibt sie auf ihrer Facebookseite.

«Diese Tat ist absolut unfassbar. Deshalb müssen wir die Zuwanderung in den Griff bekommen», sagt SVP-Nationalrat Hans Fehr. Um den Täter zu finden, begrüsst Fehr auch gezielte Massnahmen. «Wenn Massen-DNA-Tests lokal oder regional eingegrenzt verwendet werden, bin ich sehr dafür.»

Keine Informationen von der Polizei

Doch ob Massnahmen wie ein Massen-DNA-Test etwas brächten, ist völlig unklar. Ob die Polizei überhaupt DNA-Spuren des Täters sichergestellt hat, ist nicht bekannt. Und auch viele andere offene Fragen, die die Luzerner Bevölkerung beschäftigen, bleiben unbeantwortet: Werden Profiler oder andere Spezialisten eingesetzt? Gibt es konkrete Hinweise oder Spuren zum bisher unbekannten Täter und in welchen Kreisen wird nach diesem gefahndet?

Die Luzerner Regierung und die Staatsanwaltschaft schweigen eisern dazu. Laut der «Neuen Luzerner Zeitung» haben die Ermittlungen ergeben, dass der Täter Raucher ist. Das könnte für die Fahndung ein wertvolles Detail sein. Ausserdem sei eine Sonderkommission eingerichtet worden, schreibt der «Blick».

Wird jetzt eine Belohnung ausgesetzt?

Einzelne Bürger erwägen bereits, selber aktiv zu werden: So hat sich am Donnerstag bei 20 Minuten ein Mann* gemeldet, der aufgebracht sagte: «Ich überlege mir, eine Belohnung auszusetzen, damit der Täter möglichst schnell gefasst werden kann.»

Kommuniziert wurden bisher folgende Fakten: Das Opfer fuhr am 21. Juli gegen 22.40 Uhr mit dem Velo auf der Dammweg Richtung Seetalplatz. Vor der Brücke Reusseggstrasse wurde sie von einem unbekannten Mann vom Velo gezerrt und vergewaltigt. Sie erlitt beim Vorfall schwerste Rückenverletzungen und musste notoperiert werden.

Vom mutmasslichen Täter ist bekannt, dass er circa 170 bis 180 cm gross ist. Ausserdem ist er schlank und hat eine helle Hautfarbe. Er trug ein T-Shirt und kurze Hosen. Ausserdem soll der Mann gebrochen Deutsch gesprochen haben.

* Name der Redaktion bekannt.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.