Aktualisiert 09.07.2006 17:08

Vergewaltigt und exekutiert

US-Soldaten sollen im Irak die Vergewaltigung und anschliessende Exekution einer jungen Frau generalstabsmässig geplant haben. Zuvor töteten sie die im Haus anwesenden Familienmitglieder.

Im Mahmudija-Skandal um die mutmassliche Vergewaltigung und Tötung einer jungen Irakerin ist gegen fünf weitere US-Soldaten Anklage erhoben worden. Dies teilte die US-Armee am Sonntag in Bagdad mit.

Vier der fünf Armeeangehörigen müssten sich wegen der Teilnahme an der Vergewaltigung sowie der Tötung der jungen Frau und drei weiterer Familienmitglieder verantworten. Ein fünfter Soldat sei wegen der Vernachlässigung seiner Dienstpflichten angeklagt worden, weil er den Fall nicht gemeldet habe, teilte die Armee mit.

Allen fünf Soldaten wird darüber hinaus Konspiration zur Last gelegt, weil sie mit dem Hauptangeklagten Steven Green gemeinsame Sache gemacht hätten. Der 21-jährige Green plädierte in der vergangenen Woche vor Gericht auf nicht schuldig. Im Falle einer Verurteilung in allen Anklagepunkten droht ihm die Todesstrafe.

Anklage: Soldaten planten die Tat

Aus Sicht der Anklage haben die Soldaten die Tat in einem Privathaus in Mahmudija südlich von Bagdad genau geplant. Nach Ermittlungen der US-Bundespolizei FBI drangen Green und zwei weitere US-Soldaten in der Nacht zum 12. März das Haus ein; dort soll der Angeklagte zunächst einen Mann, eine Frau und ein etwa fünf Jahre altes Mädchen getötet haben.

Anschliessend hätten er und ein anderer GI die junge Frau vergewaltigt, die Green daraufhin mit zwei oder drei Schüssen getötet habe. Ein vierter Mittäter soll ausserhalb des Gebäudes gewartet haben.

Die alkoholisierten Täter verbrannten den FBI-Dokumenten zufolge ihre Kleidung und warfen die Tatwaffe in einen Kanal. Sie versuchten demnach auch, den Leichnam der jungen Irakerin zu verbrennen.

Racheakt gegen Iraker?

Green war Wochen später wegen «Persönlichkeitsstörungen» aus der Armee entlassen worden. Green stammt aus derselben Einheit wie die beiden im Juni entführten und grausam ermordeten US-Soldaten Kristian Menchaca und Thomas Tucker.

Erst bei dem anschliessenden Antistress-Training in deren Einheit, mit dem Racheakte gegen die irakische Bevölkerung vermieden werden sollten, kam der Vorfall von Mahmudija ans Licht. Unklar ist bislang, ob es einen Zusammenhang zwischen der Mordserie von Mahmudijah und der Entführung von Menchaca und Tucker gibt.

(sda)

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