Feige Täter: Vergewaltigte Inderin sollte überfahren werden

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Feige TäterVergewaltigte Inderin sollte überfahren werden

Die Vergewaltiger der jungen Inderin haben nach der brutalen Tat in einem Bus offenbar versucht, ihr Opfer zu überfahren. Morgen stehen die mutmasslichen Täter in Neu Delhi vor Gericht.

Die mutmasslichen Vergewaltiger einer jungen Inderin müssen sich ab Donnerstag vor einem Gericht in Neu Delhi wegen Mordes und Vergewaltigung verantworten. Laut dem Polizeibericht soll die Gruppe noch versucht haben, die Frau zu überfahren.

Indische Lokalzeitungen und TV-Sender berichteten am Mittwoch unter Berufung auf den 1000-seitigen Polizeibericht, dass der Begleiter der 23-Jährigen seine Freundin gerade noch rechtzeitig wegziehen konnte, als er sah, wie der Bus wendete, um sie offenbar zu überrollen.

Der junge Mann wurde demnach mit seiner Freundin nach der Gruppenvergewaltigung aus dem Bus geworfen, nachdem dem Paar zuvor noch die Kleider vom Leib gerissen worden seien, berichtete «The Indian Express».

Fünf Männer sollen am Donnerstag zu einer ersten Anhörung erscheinen. Bei einer Verurteilung wegen Mordes droht ihnen die Todesstrafe.

Bei einem weiteren mutmasslichen Täter, der 17 Jahre alt sein soll, müssten erst Untersuchungen abgewartet werden, um sein wahres Alter zu bestimmen, sagte ein Polizeivertreter am Mittwoch. Sollten Knochentests seine Minderjährigkeit bestätigen, kommt er vor ein Jugendgericht.

Zugefügte Verletzungen als Hauptbeweise

Wie «The Times of India» berichtete, fügte die Frau ihren Peinigern während des Angriffs Bisswunden zu, um sich zu befreien. Diese Verletzungen sowie Blut, Sperma und Haare bilden der Polizei und den Medien zufolge gemeinsam mit der Aussage des Freundes der Inderin die Hauptbeweislast.

Der Fahrer muss sich zudem wegen Verschwindens von Beweismitteln verantworten, da er nach der Tat die Kleider der Frau verbrannt sowie versucht haben soll, den Bus gründlich zu reinigen.

Die für Donnerstag erwartete Anklageschrift dürfte mit Details darüber beginnen, wie der Fahrer des privaten Fahrzeugs seine Freunde zu einer Spritztour überredet haben soll, berichtete «The Times of India». Der Fahrer soll sich ebenfalls an der Gruppenvergewaltigung beteiligt haben.

Pflichtverteidiger

Es sieht danach aus, dass die Angeklagten von Pflichtverteidiger vertreten werden, da sich die beim zuständigen Gericht registrierten Anwälte weigern, den Fall zu übernehmen. Dies sagte ein Mitglied der Anwaltskammer des Hauptstadtbezirks Saket.

Auf das Haus des Busfahrers soll ein Bombenanschlag geplant gewesen sein. Die Polizei habe einen mutmasslichen Bombenleger festgenommen, zwei weitere seien auf der Flucht, hiess es am Dienstag in Medienberichten. Zwei selbstgebaute Sprengsätze seien sichergestellt worden.

Asche im Ganges

Die junge Frau war Mitte Dezember in Neu Delhi von sechs Männern vergewaltigt und mit einer Eisenstange misshandelt worden. Auch ihr Freund wurde schwer verletzt.

Die Inderin starb am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) in einem Spital in Singapur an den Folgen des Angriffs. Ihre Asche wurde am Dienstag entsprechend den hinduistischen Riten in den heiligen Fluss Ganges gestreut.

Der Fall hat landesweit Trauer, Entsetzen und Wut ausgelöst. In der indischen Hauptstadt Neu Delhi demonstrierten wie in den 15 Tagen zuvor auch am Mittwoch wieder zahlreiche Menschen. An einem Protestmarsch in der Hauptstadt nahmen nach Angaben von Beobachtern mehrere Tausend Menschen teil.

Die Polizei hatte nach dem Tod der Frau mitgeteilt, sie strebe die schwerst mögliche Strafe für die Täter an. In besonders schweren Mordfällen wird in Indien die Todesstrafe verhängt und auch vollstreckt.

Zuletzt war im vergangenen November der letzte überlebende Attentäter der Terrorserie von Mumbai Ende 2008 gehängt worden. Es war die erste Hinrichtung seit 2004. Die regierende Kongresspartei erwägt zudem einen Gesetzesvorstoss zur chemischen Kastration von Vergewaltigern. (sda)

Abgeordnete nicht über dem Gesetz

Wer als Abgeordneter in einem indischen Parlament sitzt und sich Vergewaltigungsvorwürfen ausgesetzt sieht, muss demnächst womöglich seinen Posten räumen. Nach der mehrfachen Vergewaltigung einer inzwischen gestorbenen indischen Studentin will das oberste Gericht des Landes nach eigenen Angaben schon am Donnerstag über eine entsprechende Petition des früheren Regierungsmitglieds Promilla Shanker entscheiden. Abgeordneten des nationalen Parlaments könnte dann ebenso wie Volksvertretern in den einzelnen Bundesstaaten die Suspendierung drohen, sofern gegen sie Ermittlungen wegen krimineller Übergriffe auf Frauen laufen.

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