Keine Spur von Täter: Vergewaltigung in Emmen bleibt wohl ungelöst
Aktualisiert

Keine Spur von TäterVergewaltigung in Emmen bleibt wohl ungelöst

Alle Mittel sind ausgeschöpft: Der Fall der Vergewaltigung von Emmen wird offiziell sistiert. Vom Täter fehlt jede Spur.

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mme/sep
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Das Opfer der Vergewaltigung von Emmen ist seit der brutalen Tat vom Kopf abwärts gelähmt. Die Schwester wachte tagelang am Bett des Opfers.

Das Opfer der Vergewaltigung von Emmen ist seit der brutalen Tat vom Kopf abwärts gelähmt. Die Schwester wachte tagelang am Bett des Opfers.

Screenshot SRF
Hier geschah die Tat: Der Täter riss die 26-Jährige vom Velo und vergewaltigte sie. Im Bild eine andere Radfahrerin.

Hier geschah die Tat: Der Täter riss die 26-Jährige vom Velo und vergewaltigte sie. Im Bild eine andere Radfahrerin.

Keystone/Alexandra Wey
371 Männer wurden innerhalb von 15 Tagen zum DNA-Test vorgeladen. Die Ermittler wollen die Daten laufend auswerten.

371 Männer wurden innerhalb von 15 Tagen zum DNA-Test vorgeladen. Die Ermittler wollen die Daten laufend auswerten.

Keystone

Zweieinhalb Jahre nachdem ein Unbekannter in Emmen LU eine 26-jährige Frau vergewaltigt hatte, schliesst die Staatsanwaltschaft die Untersuchung vorläufig ab - ohne den Täter gefasst zu haben. Ihr liegen keine neuen Ermittlungsansätze mehr vor.

Spurenabgleiche würden aber weiterhin laufend stattfinden, teilte die Staatsanwaltschaft Luzern am Montag mit. Sobald neue Erkenntnisse oder Hinweise zum Fall vorliegen, würden weiterführende Ermittlungen getätigt.

Das Opfer konnte aufgrund seines Gesundheitszustandes über eine längere Zeit nicht zum Vorfall befragt werden. Der Unbekannte hatte die Frau bei Emmen an der Reuss vom Velo gerissen und in einem nahen Waldstück vergewaltigt. Die Frau erlitt bei dem Überfall schwerste Verletzungen. Ihre Arme und Beine waren laut den Behörden nach der Tat gelähmt.

Nach der Vergewaltigung hatte die Luzerner Polizei umfangreiche Ermittlungen durchgeführt. So wurden während mehrerer Wochen im Umfeld des Tatorts Personenkontrollen durchgeführt. Die Behörden setzten eine Belohnung von 20'000 Franken aus für Hinweise, welche zum Täter führen könnten.

Männer zum DNS-Test

Weiter wurden in Zwischenzeit laut der Staatsanwaltschaft drei Personen vorübergehend festgenommen und knapp 10'000 Personendaten im Zusammenhang mit der Tat überprüft. Insgesamt wurden 371 Männer zu einem Massen-DNS-Test aufgeboten.

Mehrere tausend Handynummern wurden erhoben, welche zur Tatzeit im Gebiet des Tatorts aktiv waren, davon wurden 1863 Handydaten detailliert ausgewertet. Bei 32 Personen, welche über ihr Handy zur Tatzeit im Umfeld vom Tatort registriert wurden, führte die Staatsanwaltschaft DNS-Tests durch. Aktuell sei noch eine DNS-Auswertung im Ausland hängig, geht aus der Medienmitteilung hervor.

Als weiteres Ermittlungselement wurde eine Fallberatung in Anspruch genommen. Experten rollten den Fall - losgelöst von den bisherigen Ermittlungen - nochmals auf. Ebenfalls erfolglos.

Schliesslich überprüfte die Staatsanwaltschaft rund 300 Hinweise zum möglichen Täternamen «Aaron» und führte wiederum fünf DNS-Analysen durch, die ebenfalls nicht zum Erfolg führten.

Die Chronologie der Ermittlung

Viele ermittlungstaktischen Methoden wurden eingesetzt, keine führte zum Täter, nun scheinen schlicht alle kriminalistischen Mittel ausgeschöpft zu sein. Es handelte sich um eine der aufwendigsten Ermittlungen, die im Kanton Luzern in einem Kriminalfall je durchgeführt wurden. Konkret wandte die Luzerner Staatsanwaltschaft im Fall von Emmen zum Beispiel folgende Methoden an, um dem Täter auf die Spur zu kommen.

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