Aktualisiert 08.12.2015 06:45

James Deen

Vergewaltigung ist sein Beruf

James Deen soll mindestens neun Frauen missbraucht haben. Und auch in seinen Filmen geht es oft sehr grob und derb zu.

von
ink

Lange galt James Deen als der nette Pornostar von nebenan. Er sieht aus wie ein süsser Milchbubi, spricht sich dafür aus, Frauen zu respektieren und ist in Interviews immer witzig und total nett. Dabei sieht der berufliche Alltag des Erotikstars ganz anders aus. So dreht Deen vor allem harte Fetischpornos, bei denen Frauen genötigt und unterworfen werden – Rape-Porn (Vergewaltigungsporno), wie man das Genre in der Branche nennt. In Kombination mit den aktuellen Vergewaltigungsvorwürfen von neun Frauen ist diese Tatsache bedenklich.

Zwar haben nach der Veröffentlichung von «Fifty Shades of Grey» zahlreiche Damen ihre innere Unterwürfigkeit untersucht und festgestellt, dass es doch auch mal ganz spannend sein kann, sich seinem Partner voll und ganz hinzugeben. Aber zwischen dem sanften Gepeitsche von Christian Grey und dem heftigen Verprügeln einer festgezurrten Pornodarstellerin besteht ein grosser Unterschied.

Einstiegsdrogen für Sexualstraftäter

In Deens Pornos spuckt er seinen Partnerinnen oft ungefragt ins Gesicht, würgt sie fast bis zur Bewusstlosigkeit oder drückt ihnen seinen Penis so lange in den Rachen, bis Tränen fliessen. Klar, diese Pornodarstellerinnen haben sich im Vorfeld wohl dazu bereit erklärt, solche Dinge mit sich anstellen zu lassen. Dem Zuschauer wird aber oft vorgegaukelt, dass es den Protagonistinnen manchmal selbst zu viel wird – sie weinen, betteln und fügen sich ihrem Meister.

Braucht es diese Art von Pornografie wirklich? Oder sind solche Fetisch-Filme viel mehr ein Mittel, um Vergewaltigungen zu verharmlosen? Vergleicht man James Deens Arbeit nämlich mit den Anschuldigungen gegen ihn als Privatperson, sind gravierende Ähnlichkeiten zu finden. So soll Deen gerne mal ignorieren, wenn eine Frau nein sagt. Er soll einer seiner Exfreundinnen seinen Schritt ins Gesicht gedrückt haben, obwohl sie sich gewehrt hat. Eine ehemalige Filmpartnerin soll er an einer Party im Pornostudio mit einer Bierflasche geschändet haben. Seine Exfreundin Stoya, die mit ihren Tweets die Anschuldigungswelle erst losgetreten hat, habe Deen mehrfach vergewaltigt, obwohl sie ihr Safeword benutzt habe.

Wenn das Leben eines Pornodarstellers so sehr mit seiner Arbeit verknüpft ist, ist es dann nicht verwerflich, seine Filme – und generell das Genre, in dem er sich bewegt – zu feiern und sich daran zu ergötzen?

Was ist Ihre Meinung? Sind solche Pornos nur Fantasie und völlig harmlos, oder gelten sie schon fast als Einstiegsdroge für zukünftige Sexualstraftäter? Diskutieren Sie mit.

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