Dioxinbelastung – Vergiftete Böden in Lausanne – Behörden warnen vor Gemüse aus dem Garten
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DioxinbelastungVergiftete Böden in Lausanne – Behörden warnen vor Gemüse aus dem Garten

In Lausanne und Umgebung sind Böden mit Dioxin belastet. Grund dafür sollen Abgase einer Kehrichtverbrennungsanlage sein. Der Kanton Waadt empfiehlt, keine vor Ort produzierten Produkte wie Eier und Kürbisgemüse zu konsumieren.

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Der Kanton Waadt hat eine Karte veröffentlicht, die das Ausmass der Kontaminierung zeigt.

Der Kanton Waadt hat eine Karte veröffentlicht, die das Ausmass der Kontaminierung zeigt.

Kanton Waadt
Vor dem Verzehr von Kürbisgemüse, das in den belasteten Gebieten wächst, wird abgeraten (Symbolbild).

Vor dem Verzehr von Kürbisgemüse, das in den belasteten Gebieten wächst, wird abgeraten (Symbolbild).

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Auch Eier, die Hühner vor Ort gelegt haben, könnten mit Dioxin belastet sein (Symbolbild).

Auch Eier, die Hühner vor Ort gelegt haben, könnten mit Dioxin belastet sein (Symbolbild).

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Die Anfang des Jahres in der Avenue Victor Ruffy in Lausanne entdeckte Dioxinbelastung des Bodens wird immer deutlicher. Die an 126 Standorten im Kanton Waadt durchgeführten Erhebungen ermöglichen es nun, den Umfang und den Grad der Verschmutzung in der Gemeinde Lausanne einzugrenzen, wie 20 minutes berichtet.

Die betroffenen Gebiete erstrecken sich über einen grossen Teil der Stadt, aber auch über den Süden der Gemeinden Mont-sur-Lausanne und Épalinges, erklärt der Kanton. Pully und Prilly sind ebenfalls geringfügig betroffen. Aktuellen Untersuchungen zufolge scheinen die Abgase der ehemaligen Kehrichtverbrennungsanlage Vallon die Ursache für diese Verschmutzung zu sein.

Auf der Website des Kantons kann eine Karte abgerufen werden, die eine Übersicht über die Verschmutzung anzeigt. Sie grenzt vier Zonen ab, für die der Kanton die wahrscheinliche Höhe der Dioxinkonzentration (ab 20 Nanogramm/Kilogramm) geschätzt hat. Im Zentrum liegt der höchste Wert bei über 200 Nanogramm/Kilogramm.

«Essen Sie keine Lebensmittel aus verschmutzten Böden»

Deshalb hat der Kanton beschlossen, die Nutzung von 26 Grundstücken, bei denen der Grenzwert von 100 Nanogramm/Kilogramm überschritten wurde, einzuschränken. Sie hat auch Gesundheitsempfehlungen für die Bevölkerung herausgegeben. «Da Lebensmittel die Hauptquelle der Dioxinexposition sind, konzentrieren sich diese Empfehlungen vor allem auf den Verzehr von Lebensmitteln aus verschmutzten Böden», heisst es in der Pressemitteilung.

Der Kanton empfiehlt, auf den Verzehr von tierischen Produkten wie Eier von Hühnern, die in den betroffenen Gebieten gehalten werden, zu verzichten. Vom Konsum von Kürbisgewächsen wie Kürbis, Zucchini, Cornichons, Gurken usw., die in Kleingärten wachsen und Dioxine anreichern, wird ebenfalls abgeraten.

Die Behörden raten Eltern, dass Kleinkindern nach ihrer Rückkehr von Freizeitaktivitäten im Freien die Hände gewaschen werden sollten.

Das sind Dioxine

Polychlorierte Dibenzodioxine und Dibenzofurane sind chlorierte organische Verbindungen, die in der Umgangssprache als Dioxine bezeichnet werden. Dioxine entstehen in kleinsten Mengen bei Verbrennungsprozessen (zum Beispiel bei der Verbrennung von Haushalts- und Industrieabfällen) und verbreiten sich über die Luft in die Umwelt. Sie reichern sich insbesondere im Boden an und sind wie Dioxine und polychlorierte Biphenyle (PCB) sehr langlebig. Landwirtschaftliche Nutztiere nehmen Dioxine und PCB mit Bodenpartikeln auf, Wassertiere über die Nahrungskette. Dioxine werden zu mehr als 90 Prozent über die Nahrung aufgenommen und im Fettgewebe gespeichert. Akute Vergiftungen treten erst bei Mengen auf, die die üblichen Verunreinigungen in den Lebensmitteln deutlich übersteigen. Die Gefahr besteht darin, dass sich Dioxine nur sehr langsam abbauen und allenfalls zu chronischen Erkrankungen führen können.

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