Prozess in Grenoble: Vergiftete die «Schwarze Witwe» ihre fünf Männer?
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Prozess in GrenobleVergiftete die «Schwarze Witwe» ihre fünf Männer?

In Grenoble hat der Prozess gegen eine 53-Jährige begonnen, die ihren Mann getötet haben soll. Auch zwei frühere Partner von Manuela Gonzalez starben unter mysteriösen Umständen.

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Nicolas Cano (Mitte), Sohn des ermordeten Daniel Cano, ist beim Prozess gegen Manuela Gonzalez dabei. Er will wissen, warum sein Vater sterben musste.

Nicolas Cano (Mitte), Sohn des ermordeten Daniel Cano, ist beim Prozess gegen Manuela Gonzalez dabei. Er will wissen, warum sein Vater sterben musste.

Seit Montag steht die 53 Jahre alte Manuela Gonzalez vor Gericht im französischen Grenoble: Die Frau – von der es bislang keine Fotos gibt – wird beschuldigt, ihren Mann Daniel Cano im Oktober 2008 ermordet zu haben. Die Leiche des 58-jährigen Mannes war in Villard-Bonnot, bei Isère, auf dem Hintersitz eines abgebrannten Autos gefunden worden. Die toxikologischen Untersuchungen zeigten, dass das Opfer drei verschiedene Schlafmittel eingenommen hatte.

Die Beamten entdeckten im Laufe der Ermittlungen, dass Cano vier Wochen vor seinem Tod einen angeblichen Mordanschlag überlebt hatte. Damals war ein Feuer in seinem Schlafzimmer ausgebrochen. Die Feuerwehr konnte den Mann rechtzeitig retten. Der Fall wurde als «versuchter Mord» behandelt und Gonzalez geriet ins Visier der Behörden.

Offenbar waren Schulden im Spiel

Wie RTL.fr berichtet, sei das Paar spielsüchtig gewesen. Im Mai 2008 hatte Gonzalez eine Hypothek über 165'000 Euro auf das Haus der Canos aufgenommen. Nicolas Cano, der 30-jährige Sohn des Mannes aus erster Ehe, erzählte den Medien, dass er damals seinen Vater und seine Stiefmutter habe darüber streiten hören. Nach dem Tod seines Vaters hat die Lebensversicherung die Schulden gedeckt.

«Wir haben vor uns eine Frau mit zwei Gesichtern», sagt der Sohn des Opfers. «Ich kannte sie immer lächelnd und nett, sie war wie eine Mutter zu mir.» Doch jetzt wisse er nicht mehr, mit wem er es zu tun habe. «Sie ist böse und voller Hass. Sie muss uns erklären, wieso sie meinen Vater umgebracht hat.»

Vier Vergiftungen, zwei Tote

Vor Gericht wird Manuela Gonzalez auch über vier weitere mysteriöse Fälle aus ihrer Vergangenheit aussagen müssen, schreibt das Nachrichtenportal Estrepublicain.fr. In den 1980er-Jahren wurden vier ehemalige Partner der Frau mit schweren Vergiftungen eingeliefert. Zwei der Männer starben.

In einem Fall kamen die Ermittler zum Schluss, dass es sich um einen «Selbstmord» gehandelt habe. Ein weiteres Opfer lag monatelang im Koma, nachdem Gonzalez diesem eine hohe Dosis eines Morphiumderivates in einen Tee gemischt hatte. Dafür wurde sie zu einer zweijährigen Haftstrafe auf Bewährung verurteilt.

«Mich wundert es, wie sie so lange unbestraft davonkam», sagt François Leclerc, Anwalt der Familie Cano. Er ist der Meinung, dass die früheren Fälle rund um die Lebenspartner der Angeklagten bei der neuen Verhandlung ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

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