Aktualisiert 11.03.2014 14:22

Zürich-WitikonVergiftetes Hundefutter auf Weg ausgestreut

Unbekannte haben auf einem Weg in Zürich-Witikon mit Schlafmittel versetztes Hundefutter ausgestreut. Ein Hund, der davon gefressen hatte, musste zum Tierarzt gebracht werden.

von
rom
So fanden Hundehalter das ausgestreute Hunde-Trockenfutter in Zürich-Witikon vor.

So fanden Hundehalter das ausgestreute Hunde-Trockenfutter in Zürich-Witikon vor.

Die Stadtpolizei Zürich erhielt am Donnerstag vergangener Woche um kurz nach 8.30 Uhr von einem Hundehalter die Meldung, dass in Witikon am Segetenweg bei einem Robidog-Sammelbehälter ein verdächtiges weisses Pulver entdeckt worden sei. Die Diensthundeführerinnen der Stadtpolizei rückten aus und fanden an der genannten Stelle ausgestreutes Hundetrockenfutter, das mit weissem Pulver vermischt worden war.

Weitere Abklärungen ergaben, dass kurz zuvor ein Hund beim Gassigehen von dem ausgestreuten Trockenfutter sowie dem Pulver gefressen hatte. Minuten später begann der Weimaraner, sich eigenartig und aggressiv zu verhalten, wie die Stadtpolizei Zürich am Dienstag mitteilte. Die Hundehalterin brachte das Tier unverzüglich zum Tierarzt, wo es sofort medizinisch versorgt wurde. Einige Stunden später konnte die Halterin ihren Vierbeiner wieder mit nach Hause nehmen.

Grosse Mengen können tödlich sein

Die Polizistinnen stellten das Hundefutter und das weisse Pulver sicher. Die Abklärungen im Forensischen Institut Zürich ergaben, dass es sich bei dem Pulver um ein Schlafmittel handelt. Dieses kann bei Hunden zu Vergiftungen führen und Schläfrigkeit oder Bewegungsstörungen hervorrufen. Grosse Mengen können für Tiere auch tödlich sein. Die Stadtpolizei Zürich hat Ermittlungen aufgenommen. «Bis jetzt ist bei uns einzig die Anzeige der Weimaraner-Hundehalterin eingegangen», sagt Stapo-Sprecher Marco Bisa. Auch seien der Polizei keine weiteren Orte in der Stadt Zürich bekannt, wo präpariertes Hundefutter ausgestreut wurde.

Die Polizei rät Hundehaltern, ihre Tiere auf Spaziergängen gut im Auge zu behalten. Insbesondere sollte darauf geachtet werden, dass sie keine unbekannten Gegenstände und ausgestreutes Futter aufnehmen. Falls dies trotzdem geschieht und sich der Hund plötzlich ungewöhnlich verhält – etwa Erbrechen, Durchfall, Schwächeanfälle, Zittern, Krämpfe – sollte sofort ein Tierarzt aufgesucht werden, da es sich um eine Vergiftung handeln könnte.

Zeugen gesucht

Die Polizei sucht Personen, die in den letzten Tagen am Segetenweg, in unmittelbarer Nähe der Carl-Spitteler-Strasse und der Steinbrüchelstrasse, verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Sie werden gebeten, sich bei der Stadtpolizei Zürich, Telefonnummer 0 444 117 117, zu melden.

Erst vor einem Monat hatten vier mysteriöse Todesfälle von Hunden in Spreitenbach AG die Hündeler in der Region Zürich aufgeschreckt. Die Tiere waren damals an drei verschiedenen Orten in der Limmattaler Gemeinde vergiftet worden. Bis heute ist unklar, ob jemand das Pflanzenschutzmittel vorsätzlich oder versehentlich ausgeleert hatte.

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