Ancillo Canepa sauer - «Verhältnismässig? Sicher nicht» – FCZ-Präsident kritisiert Polizei-Einsatz
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Ancillo Canepa sauer«Verhältnismässig? Sicher nicht» – FCZ-Präsident kritisiert Polizei-Einsatz

Hunderte Zürich-Fans folgten am Sonntag einem Aufruf der Südkurve. In der Folge kam es vor dem Letzigrund zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. FCZ-Präsident Ancillo Canepa hat eine klare Meinung dazu.

von
Nils Hänggi

Vor dem Spiel des FC Zürich gegen Lugano versammeln sich vor dem Letzigrund mehrere hundert Fans.

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Darum gehts

  • Mehrere hundert Fans des FC Zürich folgten einem Aufruf der Südkurve und versammeln sich vor dem Stadion.

  • Dies, um ihren Club im Abstiegskampf zu unterstützen.

  • Es folgte eine Auseinandersetzung mit der Polizei samt Gummischrot, Tränengas und Wasserwerfern.

  • FCZ-Präsident Ancillo Canepa kritisiert gegenüber 20 Minuten den Einsatz der Polizei.

Eigentlich könnte FCZ-Präsident Ancillo Canepa einigermassen happy sein. Zwar steckt der FC Zürich noch immer im Abstiegskampf, doch dank des Sieges am Sonntag gegen den FC Lugano (3:0) konnte der Stadtclub ein wenig aufatmen. Neu liegt der FCZ auf Rang sieben, hat fünf Punkte Vorsprung auf den Barrage-Platz und sieben Punkte auf den letzten Rang. Canepa könnte also zufrieden sein. Ist er aber nicht.

Gegenüber 20 Minuten kritisiert er den Einsatz der Zürcher Polizei am Sonntag scharf. Dass die Polizei mit Gummischrot, Wasserwerfer und Tränengas reagiert habe, findet er nicht verhältnismässig. «Die Fans hatten die friedliche Absicht, ihre Mannschaft in dieser schwierigen Zeit zu unterstützen. Verhältnismässig? Sicher nicht», so Canepa. Weiter lobt er die Aktion der Fans. Er sagt: «Sie wollten unsere Mannschaft vor Ort tatkräftig unterstützen. Und das haben sie auch getan. Wie auch in den Wochen zuvor. Einfach nur grossartig!» Auch die Mannschaft habe sich über die lautstarke Unterstützung der Fans gefreut. «Das Team war begeistert und wollte sich nach dem Spiel bei den Fans bedanken. Das war aber aufgrund der Polizeipräsenz nicht möglich», meint der FCZ-Präsident.

Mehrere hundert Fans folgten dem Aufruf der Südkurve.

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Polizei weist Schuld von sich

Von welchem Einsatz Canepa redet? Die Südkurve rief im Vorfeld der Lugano-Partie alle FCZ-Fans dazu auf, vor das Stadion zu kommen, um die Mannschaft im Abstiegskampf zu unterstützen. Hunderte Fans folgten dem Aufruf und versammelten sich vor dem Letzigrund. Mit dabei: Feuerwerkskörper, Rauchbomben und Leitern. Damit wollten sich die Fans ein Sichtfeld aufs Spielfeld schaffen. Das liess die Polizei aber nicht zu und verhinderte das Unterfangen. Die Aktion artete aus.

Gemäss einer Polizeimitteilung, seien die Beamten anschliessend mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern attackiert worden. Man habe mit Gummischrot, Tränengas und Wasserwerfer reagiert. Verhältnismässig oder nicht? Das ist die Frage. Ancillo Canepa hat eine klare Meinung. Die Zürcher Polizei auch. Auf Anfrage von 20 Minuten meint die Stadtpolizei: «Aus unserer Sicht war der Einsatz verhältnismässig. Die Einsatzkräfte wurden mit Steinen, Flaschen und Feuerwerkskörpern angegriffen. Dies hatte den Einsatz von Gummischrot, Tränengas und Wasserwerfer zur Folge.»

«Kein Grund für Euphorie»

Weiter geht es für den FC Zürich kommendes Wochenende gegen den FC Lausanne. Dann wollen die Zürcher wieder drei Punkte holen. Denn entschieden ist im Abstiegskampf – wie erwähnt – noch nichts. Das weiss auch Ancillo Canepa. Er sagt: «Es sind noch zwölf Punkte zu vergeben. Also kein Grund für Euphorie.» Er blickt aber zuversichtlich in die Zukunft, meint der 67-Jährige doch auch: «Wenn wir die restlichen Spiele fokussiert und mit der gleichen Entschlossenheit bestreiten wie gegen Lugano, werden wir die noch notwendigen Punkte holen.»

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