Verhärtete Fronten bei Swissmetall
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Verhärtete Fronten bei Swissmetall

Die Werksleitung Swissmetal in Reconvilier droht mit Schritten, die den Standort ernsthaft gefährden könnten. Die Belegschaft streikt trotzdem weiter.

Der Verwaltungsrat von Swissmetal ist laut der Mitteilung überzeugt, dass das zentrale Hindernis für eine Lösung der seit vergangenem Dienstag bestreikten Werke in Reconvilier bei den sehr einflussreichen lokalen Kadern liege. Dieses befürchte einen Machtverlust durch die Integration der beiden Werke. Swissmetal fühle sich nicht mehr an die am vergangenen Freitag bei Verhandlungen mit den Sozialpartnern ausgehandelte Vereinbarung gebunden, nachdem diese von der Betriebsversammlung abgelehnt worden sei.

Der Verwaltungsrat hofft nach eigenen Angaben nun auf die Vermittlung der politischen Behörden, prüft aber alle Möglichkeiten zur Sicherstellung der Interessen der Firma. Der Standort im Berner Jura sei damit ernsthaft gefährdet. Die Vereinbarung hätte gemäss Swissmetal die weitere Entwicklung des Werks Reconvilier mit einem eigenen industriellen Direktor gesichert. Dies sei leider von der Mitarbeiterversammlung abgelehnt worden.

Die Gewerkschaft Unia-SMUV wies in einer Mitteilung vom Montagmittag darauf hin, dass die Vereinbarung einstimmig abgelehnt worden sei. Zwar seien Garantien zur Sicherung des Standortes Reconvilier abgegeben und Verhandlungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in Aussicht gestellt worden. Auch die Einsetzung eines industriellen Direktors aus dem lokalen Kader von Swissmetal Boillat sei zugesichert worden, der Einsitz in der Geschäftsleitung der Swissmetal-Gruppe erhalten sollte. Zudem habe sich die Unternehmensleitung bereit erklärt, auf allfällige Repressions-Massnahmen gegenüber den Streikenden zu verzichten. Die Hauptforderung nach einem Rücktritt von Swissmetal-Konzernchef Martin Hellweg jedoch sei mit der Vereinbarung nicht erfüllt worden. Die Beschäftigten werfen Hellweg nicht nur grobe Management- und Kommunikationsfehler vor, sondern unterstellen ihm auch unlautere Absichten. Die Gewerkschaft Unia-SMUV wollte noch am Montag mit den Beschäftigten eine gemeinsame Strategie und weitere Verhandlungsschritte zur Lösung des Konfliktes beraten.

Die Betriebsversammlung hatte bereits am Freitagabend einstimmig beschlossen, den Streik weiterzuführen, und diesen Beschluss am Sonntag bekräftigt. Die 400 Angestellten protestieren mit dem seit vergangenen Dienstag andauernden Arbeitsausstand gegen die Entlassung des Werkleiters und gegen die nach ihrer Darstellung massiv verschlechterten Arbeitsbedingungen in Reconvilier. (dapd)

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