Aktualisiert 04.01.2016 23:47

KirgistanVerhaftet, weil er Wurst «Pferde-Penis» nannte

In Kirgistan beleidigt ein Brite die beliebte Tschutschuk-Wurst. Jetzt muss er das Land innerhalb von 24 Stunden verlassen.

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Ohne es zu wollen, löste der Brite Michael Mcfeat in Kirgistan einen Skandal aus. Auf seiner Facebook-Seite hatte der für ein kanadisches Bergbauunternehmen tätige Mann die Pferdefleischwurst Tschutschuk als «Pferde-Penis» bezeichnet. Ein krasser Fehler: Die Wurst ist in Kirgistan so beliebt wie der Cervelat hierzulande.

Mcfeat schrieb, seine kirgisischen Kollegen stünden zu Neujahr Schlange «für ihre spezielle Delikatesse, den Pferde-Penis». Sein Kommentar löste in der Kumtor-Goldmine, für die er arbeitet, einen Bergarbeiterstreik aus. Nicht nur das: Mcfeat, der seit vergangenem März in Kirgistan lebt und arbeitet, wurde wegen Anstiftung zum Rassenhass festgenommen.

Britische Botschaft kann nicht viel tun

Obwohl er sich anschliessend auf Facebook für seine Äusserung entschuldigt hattee, musste er eine Verurteilung fürchten, schrieb «Daily Mail». Mcfeats Ehefrau Amanda, die mit den beiden gemeinsamen Kindern in Schottland lebt, bat die britische Botschaft in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek um Hilfe. «Wir müssen jetzt abwarten und hoffen, dass die Behörden seine Entschuldigung akzeptieren, sagte uns ein Mitarbeiter der britischen Botschaft», so Ehefrau Amanda.

Die scheint die Gemüter besänftigt zu haben: Ein Gericht in der Stadt Karakol hat am Montag entschieden, dass Mcfeat das Land innerhalb von 24 Stunden verlassen muss. Dies aber nur mangels an Beweisen. Anstachelung zu «ethnischem Hass» kann in Kirgistan mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden.

Der Kommentar Mcfeats fiel in einem ungünstigen Moment: Die kirgisischen Behörden befinden sich in einem Streit um die Mine mit Mcfeats Arbeitgeber Centerra Gold.

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