Aktualisiert 14.05.2006 19:27

Verhalten der Chaoten wird von allen scharf verurteilt

Der Basler Regierungsrat Hanspeter Gass, Basel United, der FCB und das Fanprojekt verurteilen die Krawalle nach dem Spiel FCB gegen FCZ scharf.

«Die Zerstörungswut und die Verachtung gegenüber Leib und Seele der anderen Besucher löst eine grosse Betroffenheit aus», so Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass. Das eine Prozent an Krawallmachern des von 32'000 Fans besuchten Spiels schade dem gesamten Schweizer Fussball und besonders dem FC Basel. Das Sicherheitsdepartement übernahm zusammen mit der Stadionbetreiberin Basel United und dem FCB die Verantwortung für das gemeinsame Sicherheitsdispositiv.

Am Samstag standen bis Mitternacht mehrere hundert Polizisten, Sanitäter sowie Feuerwehrleute im Einsatz. Bei Krawallen ausserhalb des Stadions wurden unter anderem an fünf Trams die Scheiben eingeschlagen und Signalisationen demoliert. «Sechs brennende Container konnte die Feuerwehr nur unter Polizeischutz löschen», so Polizeikommandant Roberto Zalunardo. Auch Sanitäter wurden attackiert.

Das Fanprojekt Basel erklärte, dass seine Arbeit zurückgeworfen wurde und präventive Arbeit jetzt erst recht gefragt sei. Für FCB-Vorstandsmitglied Bernhard Heusler haben die Ausschreitungen nicht nur mit der Fanproblematik zu tun, sondern sind auch ein Zeichen für die kriminelle Energie in der Gesellschaft. «Wir erwarten Sanktionen seitens der Swiss Football League – vielleicht sogar Geisterspiele auswärts», sagt Heusler.

(dd)

Skandalnacht: was soll jetzt passieren?

Peter Frech (27), Basel:

Idioten kann man nicht verbieten. Ich sehe deshalb keine Lösung, die auf der Hand liegt. Immer mehr Leute sehen Fussball als Religion an und flippen aus, wenn ihre Mannschaft ein Tor kassiert.

Madeleine Wetzel (46), Basel:

Es müsste eine Strafe geben, zum Beispiel dass der FCB vor leeren Rängen spielt. Die Fans müssen lernen, auch mal zu verlieren. Zudem sollten die Sicherheitsmassnahmen im Stadion verstärkt werden.

Steve Belcher (44), Basel:

Das ist ein gesellschaftliches und kein Fussballproblem. Zudem geniesst es die Polizei etwas zu sehr, mit Gummischrot zu schiessen und sich wie Darth Vader aufzuführen. Das ist lächerlich und übertrieben.

Olimpia Malomo (43), Therwil:

Mir kam spontan der Match gegen die Türkei in den Sinn, als sich alle darüber aufregten, dass die Schweizer Spieler attackiert wurden. Nun passiert bei uns etwas Ähnliches. Das hat nichts mehr mit Sport zu tun.

Oliver Galliker (26), Näfels:

Es hätte schon lange etwas passieren müssen. Man muss die Fans strafen, dass es wehtut. Bei Leuten, die so losgehen wie die gestern, reichen Bussen nicht mehr aus. Da müsste sogar Gefängnis in Frage kommen.

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